Kiel – Die Stadt Neustadt in Holstein möchte in vier Bauabschnitten das ehemalige Hafenareal zu einem vielfältig genutzten Hafenquartier mit maritimen Gewerbe-, Wohn-, Kultur- und Tourismusangeboten revitalisieren und die Verbindung zwischen Bahnhof, Hafen und Innenstadt stärken. Dafür wurde zunächst das Bahnhofsumfeld neu gestaltet. Nun kann die Stadt auch die Hafenwestseite umbauen. Das Innenministerium hat für den zweiten Bauabschnitt bis zu 8.193.646,21 Euro Städtebauförderungsmittel freigegeben.
Im Zentrum steht dabei die Neugestaltung der öffentlichen Hafenflächen vom Brückenplatz bis zum Petersen-Speicher. Die vormals gewerblich geprägten Flächen werden in eine Promenade umgewandelt. Die für einen Hafen typischen Elemente wie Kaimauern, Poller, Gleisanlagen und das denkmalgeschützte Förderband bleiben erhalten und werden gestalterisch integriert. Die rund 16.000 Quadratmeter große Fläche wird neu gepflastert mit Granit-Großpflaster, das den Charakter des denkmalgeschützten Hafens aufgreift und zugleich eine robuste Nutzung ermöglicht. Die Stadt hat bei der Planung die Einwohnerinnen und Einwohner, Politik und Interessenvertretungen umfassend beteiligt.
Der neue Brückenplatz verbindet die Innenstadt mit der neuen Hafenpromenade. Hier entsteht eine zusätzliche Fußgängerbrücke parallel zur bestehenden Hafenbrücke. Barrierefreie Rampen und Sitzstufen gleichen Höhenunterschiede aus und eröffnen den Blick über den Hafen bis zur Ostsee. Der Hafenplatz bildet als multifunktionaler Veranstaltungsort künftig den Dreh- und Angelpunkt zwischen Bahnhofsumfeld, Hospitalquartier und Speicherquartier.
Besonderes Augenmerk liegt bei der Neugestaltung auf Barrierefreiheit, Klima- und Umweltschutz. Dazu tragen gesägte und geflammte Oberflächen in zentralen Laufbereichen, ein taktiles Leitsystem, ein Spielplatz mit barrierefrei erreichbaren Spielgeräten sowie stufenlose Wege bei. Regenwasser wird gespeichert und für Bäume genutzt, die wiederum das Mikroklima verbessern und Schatten spenden.
Städtebauliche Gesamtmaßnahme „Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge“
Die städtebauliche Gesamtmaßnahme der Stadt Neustadt in Holstein wurde 2011 in das Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ aufgenommen und 2020 in das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ überführt. Ziel des Programms ist es, öffentliche Räume städtebaulich aufzuwerten, die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern und das soziale Miteinander und die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen zu stärken. Für die städtebauliche Gesamtmaßnahme wurden bislang Städtebauförderungsmittel in Höhe von circa 28 Millionen Euro bereitgestellt.
Seit dem vergangenen Jahr werden Städtebauförderungsmaßnahmen mit Bundesmitteln, Mitteln aus dem Vorwegabzug Städtebauförderung des Kommunalen Finanzausgleichs und der jeweiligen Stadt oder Gemeinde umgesetzt.










