Foto: Arno Reimann
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Kiel – Nach sechs Wochen Sommerferien beginnt für die schleswig-holsteinischen Schülerinnen und Schüler am kommenden Montag, 17. August, wieder die Schule. Erwartet werden rund 373.000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen – 24.400 Mädchen und Jungen werden eingeschult.

„Wir geben zusätzliche Stellen an die Schulen, um Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen. Mehr Unterricht kommt bei allen Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I an: als „Demokratiestunde“ und für Vertretungsunterricht“, sagte Bildungsministerin Dr. Stenke heute (12. August) in Kiel.

Von den 200 zusätzlichen Stellen für den Vertretungsunterricht seien nur noch wenige im Besetzungsverfahren. „Damit erreichen wir das Ziel, an den weiterführenden Schule eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent sicherzustellen.“ Möglich sei dies auch, weil Schleswig-Holstein kontinuierlich neue Wege gehe, um Lehrkräfte für die Schulen zu gewinnen. „Gerade junge Lehrkräfte kommen gerne für den Vorbereitungsdienst zu uns an die Schulen. Die Zahl der Bewerbungen ist hoch und wir bilden unseren Lehrkräftenachwuchs selber aus“, so Ministerin Stenke.

Die Lehrkräfte, die in Schleswig-Holstein ausgebildet werden, bleiben zu mindestens 85 Prozent an den schleswig-holsteinischen Schulen.

Stellenbesetzung

Mit Blick auf die Stellenbesetzung differenzierte die Bildungsministerin. An den Grundschulen, den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und den Gymnasien seien die Stellen sehr gut besetzt. Alle Stellen, die wir durch den Haushalt zur Verfügung gestellt bekommen, können wir besetzen.

„Herausfordernd ist weiterhin die Situation an den Förderzentren und Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe: Aktuell sind an den Förderzentren 77 Stellen und an den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufen 34 Stellen offen. Aber die Besetzungsverfahren laufen noch.“ Es gebe zum einen gerade im Lehramt Sonderpädagogik einen besonderen Bedarf, zum anderen habe die Landesregierung seit 2018 auch 490 zusätzliche Stellen geschaffen. Ein Teil der Herausforderung ist durch die Reaktion auf die gestiegenen Förderbedarfe entstanden. Darauf hat das Land aber reagiert. 

„Um die Kollegien gut aufzustellen, ist die Studienplatzkapazität in Sonderpädagogik sukzessive erhöht worden. Mit dem Dualen Masterstudiengang Sonderpädagogik haben wir einen weiteren Zugang zum Lehramt eröffnet.“ Zum Herbstsemester 2026/27 starten voraussichtlich 17 Studierende, insgesamt befinden sich derzeit 52 Studierende in diesem Studiengang. 27 Lehrkräfte haben diesen bereits erfolgreich abgeschlossen.

Lehrkräfte gewinnen

Um Lehrkräfte zu gewinnen, setzt das Bildungsministerium auf einen Mix aus Maßnahmen: Der Lehramtswechsel wird erleichtert, es werden Anreize für das Unterrichten in Bedarfsregionen gesetzt und der Schuldienst öffnet sich für Professionen von außen. Als erfolgreiche Beispiel nannte Ministerin Stenke den Lehramtswechsel: Insgesamt 60 Lehrkräfte waren 2025/26 in einem regulären Lehramtswechsel: in 26 Fällen vom Lehramt Gemeinschaftsschule/Gymnasium zum Lehramt Grundschule; in 19 Fällen vom Lehramt Grundschule/Gemeinschaftsschule oder Gymnasium zur Sonderpädagogik, und in 15 Fällen von Gemeinschaftsschule zu Gymnasium

  • das Modell „AbordnungPlus“.
    Im neuen Schuljahr verstärken 74 Lehrerinnen und Lehrer die Kollegien in den Bedarfsregionen. „Das ist positiv und eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Wir werden bei den Schulen weiterhin für diese Maßnahmen werben.“
  • Stark nachgefragt werde auch der Anwärtersonderzuschlag.
    30 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erhalten ihn – das ist auf dem Niveau des Vorjahres.

Ministerin Stenke: „Unser Mix funktioniert und wir sehen nachhaltige Effekte in der Stellenbesetzung und Unterrichtsversorgung.“ Jede Maßnahme werde gemeinsam mit den lehramtsbildenden Hochschulen evaluiert.

Basiskompetenzen stärken

Auch im neuen Schuljahr bleibe eine zentrale Aufgabe von Schule, die basalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Das beginne, so Ministerin Stenke, vor der Einschulung mit dem „Entwicklungsfokus Viereinhalb“ (EVi) und setzte sich fort mit mehr Lernzeit in Deutsch und Mathematik in der Grundschule. Pro Fach wird je eine zusätzliche Stunde in Deutsch und Mathematik in diesem und im folgenden Schuljahr zur Verfügung gestellt. Ergänzt um Lernstandserhebungen wie LeA.SH, die im neuen Schuljahr in den Jahrgangsstufen 1 und 5 verbindlich und in den Jahrgangsstufen 2 und 6 freiwillig sind.


Über EVi werden in der kommende Wochen die ersten 113 Kinder eingeschult, die vor Schulbeginn in ihrer Sprachentwicklung gefördert worden sind. „Wir haben mit den Lehrkräften verabredet, uns eine Rückmeldung darüber zu geben, wo die Kinder jetzt in der Sprachentwicklung stehen“, ergänzte die Ministerin.