Bina Braun - Foto: Reimo Schaaf/oH
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Oldenburg i.H. – Während der Kreismitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ostholstein wurden die Direktkandidaten für die Landtagswahl 2027 gewählt: Bina Braun zur Direktkandidatin für den Wahlkreis 17 Ostholstein-Nord und Marcel Beutel zum Direktkandidaten für den Wahlkreis 18 Ostholstein-Süd.

Annette Granzin, Sprecherin des Kreisverbandes: „Wir freuen uns riesig, mit Bina Braun und Marcel in diesen Wahlkampf zu gehen. Beide kennen Ostholstein aus unterschiedlichen Perspektiven und bringen Erfahrungen mit, die unseren Kreis bereichern werden.“

Sprecher Reimo Schaaf bekräftigt: „Unser Anspruch ist ein gemeinsamer Wahlkampf in beiden Wahlkreisen. Wir wollen in ganz Ostholstein zuhören, diskutieren und deutlich machen, was grüne Politik für die Menschen vor Ort erreicht und gleichzeitig offen darüber sprechen, was noch vor uns liegt.“

Bina Braun für Ostholstein Nord

Im Wahlkreis 17 Ostholstein Nord tritt Bina Braun an. Sie ist Landtagsabgeordnete und in der Grünen-Fraktion zuständig für die Themen Bauen, Wohnen, Kommunales und ländliche Räume. Seit 2023 betreut sie als Abgeordnete Ostholstein.

Inhaltlich setzt Braun fünf Schwerpunkte für die Region: bezahlbares Wohnen, eine verlässliche Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, die Folgen der Festen Fehmarnbeltquerung, den Erhalt der Bäderbahn und einen stärkeren Schutz der Ostsee.

Bina Braun: „In den letzten Jahren habe ich viel Zeit in Ostholstein verbracht und mit vielen Menschen über ihre Anliegen gesprochen. Diese Arbeit will ich jetzt als Direktkandidatin für Ostholstein Nord fortsetzen.“

Beim Wohnen sieht Braun gerade für eine Tourismusregion wie Ostholstein großen Handlungsbedarf. Während Ferien- und Zweitwohnungen vielerorts zum Ortsbild gehören, wird bezahlbarer Wohnraum für Menschen vor Ort immer knapper. Im Landtag hat sie sich deshalb für mehr sozialen Wohnungsbau und bessere Möglichkeiten für kleine Orte eingesetzt, Wohnraum zu schaffen. Mit der Novellierung der Landesbauordnung und der Einführung eines Wohnraumschutzgesetzes seien wichtige Schritte gemacht worden, bei denen sie nun nachlegen möchte.

Auch bei der Gesundheitsversorgung geht es für Braun um ganz konkrete Sorgen: Weite Wege zum Arzt, fehlende Hausärzte und Krankenhäuser unter Druck. Die Krankenhausreform dürfe nicht zu Lasten der Versorgung in der Fläche gehen.

Auch die Fehmarnbeltquerung und die Bäderbahn sind für Braun zwei entscheidende Herausforderungen für die Region. Der Tunnel war nie ein Projekt der Grünen, gebaut werde er trotzdem. Ostholstein dürfe mit den Belastungen für Mensch und Natur nicht allein gelassen werden. Die Bäderbahn solle erhalten bleiben und auch in Zukunft einen leistungsstarken ÖPNV vor Ort ermöglichen.

Beim Ostseeschutz sei mit dem Aktionsplan Ostseeschutz 2030 und neuen Schutzgebieten viel erreicht worden. Die Debatte um den Nationalpark Ostsee habe gezeigt, wie dringend weiterer Schutz gebraucht werde.

Braun zu ihren Zielen: „In den letzten Jahren haben wir einiges bewegt – beim sozialen Wohnungsbau, beim Ostseeschutz, zuletzt bei der Bäderbahn. Aber es bleibt noch viel zu tun, und daran will ich weiterarbeiten.“

Marcel Beutel – Foto: Santiago Rodriguez/oH

Marcel Beutel für Ostholstein Süd

Für den Wahlkreis 18 Ostholstein-Süd tritt der 23-jährige Marcel Beutel aus Scharbeutz an. Seit 2019 ist er politisch aktiv und sitzt seit 2023 für die Grünen im Kreistag Ostholstein. Nach Stationen im Kreisvorstand und als Landessprecher der Grünen Jugend Schleswig-Holstein ist er heute stellvertretender Landesvorsitzender der Grünen Schleswig-Holstein. Aktuell schließt er sein Studium in Kiel ab und arbeitet im Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein.

Inhaltlich will Beutel besonders junge Menschen und ihre Beteiligung in den Blick nehmen. Gerade in einer älter werdenden Region gehe es nicht um „jung gegen alt“, sondern darum, alle Generationen zusammenzubringen. Für junge Menschen brauche es dabei nicht nur Möglichkeiten, sich politisch einzumischen, sondern auch gute Bedingungen vor Ort bei Mobilität und Ausbildung bis zu Freizeit, Kultur und funktionierender Infrastruktur.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für ihn die Krise unserer Demokratie und das verlorene Vertrauen. Für Beutel gibt es dafür keine einfachen Lösungen. Vertrauen müsse durch Präsenz, Selbstkritik, Verlässlichkeit und konkrete Arbeit vor Ort wieder erarbeitet werden. Dazu gehöre auch, Vereine, Feuerwehren, Initiativen, Kultur und Ehrenamt als Orte des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu stärken. Gleichzeitig müssten die akuten Bedrohungen für unsere Demokratie von außen wie innen klar bekämpft werden.

Marcel Beutel macht klar: „Für mich geht es nicht nur darum, wofür wir Politik machen, sondern auch darum, wie. Wir müssen rausgehen, zuhören, die Sorgen ernst nehmen und gerade auch die kontroversen, die schwierigen Gespräche führen. Politik muss immer Verantwortung übernehmen, nicht nur, wenn es gerade bequem ist. Insbesondere in Zeiten, die von Krisen geprägt sind, muss Politik Wege aus diesen heraus aufzeigen.“

Bei Wirtschaft und Klimaschutz sieht Beutel insbesondere in den Erneuerbaren Energien eine Chance für die Region. Diese Stärke Schleswig-Holsteins müsse bei den Menschen und Unternehmen vor Ort ankommen. Durch erneuerbare und vor allem günstige Energie. Gleichzeitig müsse gerade in Ostholstein Tourismus mit Klimaschutz, guten Arbeitsbedingungen, Mobilität und dem Schutz der Ostsee stärker zusammengedacht werden.

Dazu Beutel weiter: „Wir haben in Ostholstein genug Themen und Chancen, bei denen in den nächsten Jahren wichtige Entscheidungen anstehen. Von der Bäderbahn über Gesundheitsversorgung bis zu jungen Menschen, die hier eine Perspektive brauchen. Genau da will ich mich einmischen und dafür sorgen, dass unsere Region nicht einfach nur mit Entscheidungen leben muss, sondern diese aktiv mitgestaltet.“