Foto: Arno Reimann
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Berlin – Im ersten Quartal 2026 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gewachsen. Die Auswirkungen des Iran-Krieges verhindern vorerst eine weitere wirtschaftliche Erholung. Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich etwas verbessert, aber die Unsicherheit bleibt groß. Die Konjunktur ist weiterhin zu schwach, um Impulse am Arbeitsmarkt zu setzen. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben nach einem kräftigen Anstieg im Vormonat im Mai wieder saisonbereinigt abgenommen.

Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist im langjährigen Vergleich trotz kontinuierlicher Anstiege nach wie vor relativ gering; gleichzeitig sind aber die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch niedrig. Die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt schwach. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im März saisonbereinigt – nach fünf Rückgängen in Folge – wieder
leicht gestiegen. Die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit hat sich im März kaum verändert und liegt immer noch auf einem etwas erhöhten Niveau.

Im Mai 2026 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.836.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte) erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, bezogen im Mai 2026 rund 1.073.000 Menschen Arbeitslosengeld, während 3.830.000 Menschen Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Die Zahl der Leistungsbezieher von Arbeitslosengeld ist binnen eines Jahres um 113.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit Mai 2025 103.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger gezählt.
Ausbildungsmarkt
Im Beratungsjahr 2025/26 sind die Ausbildungsstellenmeldungen von Oktober 2025 bis Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals gesunken. Aufgrund von Prozessänderungen wird die Zahl der Ausbildungsstellen in der Statistik derzeit zwar unvollständig abgebildet, sie liegt nach Schätzungen aber immer noch deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Bewerbermeldungen haben dagegen erneut zugenommen, wenn auch nur leicht. Die aktuellen Daten erlauben nur eine vorläufige Einschätzung der Entwicklung im Berichtsjahr 2025/26. Die für gemeldete Ausbildungsuchende ungünstige Entwicklungstendenz scheint sich aber fortzusetzen.