Lübeck – Am heutigen Freitag (17.04.2026) veröffentlicht Die Polizeidirektion Lübeck veröffentlicht heute (17.4.) die Verkehrssicherheitsberichte 2025 für die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein.
Die Verkehrsunfallzahlen bewegen sich in der Gesamtbetrachtung in Lübeck und Ostholstein (Insgesamt 13865 Fälle, 7606 Fälle in Lübeck, 6259 in Ostholstein) nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Sowohl in der Hansestadt als auch im Bereich Ostholstein stellt die Polizei einen Anstieg von über 30 Prozent/ über 40 Prozent bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen fest. Dieses wirkte sich auch auf den Anstieg der Zahlen verletzter Kinder aus, die in Lübeck in 17 Fällen mit Elektrokleinstfahrzeugen verunglückten. Auch elektrobetriebene Fahrräder werden auf dem Land und in der Stadt immer präsenter, die Unfallzahlen steigen seit mehreren Jahren an: Um mehr 30 als Prozent sind die Unfallzahlen unter Beteiligung von Pedelecs in Lübeck gestiegen, in Ostholstein liegen die Zahlen leicht über dem Vorjahresniveau.
Hansestadt Lübeck
Übersicht zu den Gesamtverkehrsunfallzahlen 2025
Die Anzahl aller bei der Polizei registrierten Verkehrsunfälle in der Hansestadt Lübeck im Jahr 2025 beläuft sich auf 7606 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 7649 Verkehrsunfälle) stellt dieses einen Rückgang um 0,6 Prozent dar, die Zahlen bewegen sich im Dreijahresvergleich (2023: 7619 Verkehrsunfälle) etwa auf einem Niveau. Mit 353 erfassten Fällen war die Hauptunfallursache 2025 wie in den Vorjahren das Nichtbeachten der Vorfahrt, gefolgt von Abbiegeunfällen (248 Fälle) und an dritter Stelle die fehlerhafte Straßenbenutzung (181 Fälle).
Den Großteil der Gesamtverkehrsunfallzahlen machten 2025 die aufnahmefreien Verkehrsunfälle mit 5981 Fällen aus. Das sind die Verkehrsunfälle, denen nur eine geringfügige Ordnungswidrigkeit zu Grunde liegt, bei denen nur Sachschaden entstanden ist und kein Mensch verletzt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 6078) ist hier ein leichter Rückgang festzustellen.
2025 stieg hingegen die Gesamtanzahl der aufnahmepflichtigen Verkehrsunfälle mit 1625 im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1571 Fälle) um 3,4 %. Bei den aufnahmepflichtigen Verkehrsunfällen handelt es sich um Verkehrsunfälle mit Personenschaden oder Verkehrsunfälle in Verbindung mit einer Straftat oder einer bedeutenden Ordnungswidrigkeit.
Verkehrsunfälle mit verletzten oder tödlich verunglückten Personen
2025 ereigneten sich im Lübecker Stadtgebiet 1199 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, was einem Anstieg von 49 Unfällen im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1150 Fälle) entspricht. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden befindet sich leicht über dem 10-Jahres-Mittel.
Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden verunglückten 2025 insgesamt 1.404 Verkehrsteilnehmer, davon einer tödlich.
Im August 2025 stürzte im Laufe der Nacht ein Fahrradfahrer in der Innenstadt. Er trug keinen Helm und wurde umgehend in die Universitätsklinik verbracht. Dort verstarb er kurze Zeit später.
1.301 Verkehrsteilnehmer wurden 2025 leicht verletzt, im Vergleich zum Vorjahr ist hier ein Anstieg um 9,5 %. zu verzeichnen. Der Anteil der Schwerverletzten im Vergleich zu 2024 nahm im gleichen Prozentsatz ab. 2025 wurden 102 Verkehrsteilnehmer schwer verletzt, ein Rückgang um 9,7 %.
Mit 46 % nehmen Radfahrer (einschließlich Pedelecs) den größten Anteil unter den bei Verkehrsunfällen in Lübeck verletzten Personen ein. Es folgen die Insassen von Pkw mit 24 %. 7 % der bei Verkehrsunfällen in Lübeck verletzten Personen waren Fußgänger, 9 % waren Nutzer eines Elektrokleinstfahrzeugs.
Fußgänger, Fahrräder, Pedelecs und Elektrokleinstfahrzeuge
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fußgängern ist nach einem Höchststand im Jahr 2023 (144) weiter rückläufig und erreicht in 2025 den niedrigsten Stand seit 2021 (114).
2025 wurden 482 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern polizeilich aufgenommen. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 499 Verkehrsunfällen (-3,41 %). In 223 Fällen waren Radfahrer Unfallverursacher (49,7 %), teilweise alleinbeteiligt bei Stürzen. 431 Radfahrer wurden verletzt.
Erneut gab es 2025 einen starken Anstieg bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Pedelecs (+33,20 %). Die immer beliebtere Art der Fortbewegung führt zu einem höheren Aufkommen der Verkehrsart und zu einem damit verbundenen ansteigenden Unfallgeschehen. Gegenüber 2023 mit 168 Verkehrsunfällen und 2024 mit 190 Unfällen waren in 2025 mit 222 nochmals deutlich öfter Pedelec-Fahrer an Verkehrsunfällen beteiligt. Dabei wurden 257 Pedelec-Fahrer verletzt. In 114 Fällen waren Pedelec-Fahrer Unfallverursacher (45,1 %). Die häufigste Unfallursache (52 Fälle) stellte die fehlerhafte Straßenbenutzung dar, weil die Pedelecnutzer zum Beispiel verkehrswidrig auf dem Gehweg oder entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fuhren.
Elektrokleinstfahrzeuge werden in der Hansestadt Lübeck vielfach im Wege der Vermietung angeboten und bevorzugt als Freizeitgerät im innerstädtischen Bereich genutzt. Ihre Beteiligung an Verkehrsunfällen ist gegenüber den Vorjahren weiter angestiegen. 151 Verkehrsunfälle wurden aufgenommen, ein Zuwachs von 41 Verkehrsunfällen (+37 %). Mit Ausnahme des Jahres 2023 ist die Anzahl der Verkehrsunfälle damit seit Jahren ansteigend. In 97 Fällen Fällen wurde der überwiegende Anteil der Unfälle von den Führern der Elektrokleinstfahrzeuge selbst verursacht (64 %). 125 eKfz-Nutzer zogen sich in Folge der Unfälle Verletzungen zu.
Kinder als Beteiligte
2025 waren 128 Kinder an 119 Verkehrsunfällen beteiligt und damit 28 Kinder an 23 Unfällen mehr als 2024. 119 Kinder zogen sich bei den Verkehrsunfällen 2025 Verletzungen zu, im Vorjahr waren es 92. In 17 Fällen verunglückten Kinder bei der Benutzung eines Elektrokleinstfahrzeuges (E-Roller), im Vorjahr waren es lediglich 3. 55 Kinder waren mit dem Fahrrad und 17 als Fußgänger beteiligt. 12 Kinder verunfallten als Mitfahrer.
Unfallhäufungsstellen
In der Hansestadt Lübeck wurden 2025 37 Verkehrsunfallhäufungsstellen identifiziert. Der Lindenplatz, der Berliner Platz, der Verteilerkreis in der Ziegelstraße und der Mühlentorplatz stellten wiederholt Unfallhäufungsstellen dar, insbesondere aufgrund von Radverkehrsunfällen. Eine Häufung dieser Verkehrsunfälle ergab sich aufgrund der Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln von Pkw-Nutzern gegenüber Radfahrern beim Einfahren in oder beim Ausfahren aus den Verkehrsverteilerplätzen.
Die Beobachtung der Situation an den Verkehrsverteilerplätzen ist fortlaufend Gegenstand von Beratungen in der Verkehrsunfallkommission. Einen Schwerpunkt in der Hansestadt Lübeck stellt das Verkehrsunfallgeschehen auf den Verkehrsverteilerplätzen Berliner Platz, Lindenplatz und des Mühlentors dar.
Um die Gefahren an den Unfallhäufungsstellen an den Kreisverkehren in Lübeck zu reduzieren, wird die Polizei gemeinsam mit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Hansestadt Lübeck weiter verstärkt Kontrollen des Fahrrad- und Kraftfahrzeugverkehrs durchführen.
Lindenplatz
Die Anzahl der Verkehrsunfälle im gesamten Bereich des Verteilerplatzes ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, von 76 in 2024 auf 88 in 2025. Die aufnahmepflichtigen Verkehrsunfälle sind in 2025 auf 35 (Vorjahr 30 Fälle) ebenfalls gestiegen. Der Anteil beteiligter Radfahrer nahm um 21 Prozent zu. Von insgesamt 14 ereigneten sich 12 Abbiegeunfälle vom Kreisverkehr in Richtung Puppenbrücke. 7 Mal kam es beim Einfahren in den Kreisverkehr aus Richtung der Fackenburger Allee zum Unfall. In 23 Fällen ereigneten sich am Lindenplatz Verkehrsunfälle mit Personenschaden, dabei wurden 24 Menschen verletzt (2024: 19), 17 davon waren Radfahrer (2024: 9), 1 Nutzer eines Elektrokleinstfahrzeuges sowie 2 Fußgänger.
Berliner Platz
Die Anzahl der Verkehrsunfälle im gesamten Bereich des Verteilerkreises Berliner Platz ist nach einem Rückgang im vergangenen Jahr (70) auf 79 Fälle im Jahr 2025 angestiegen. Bei den aufnahmepflichtigen Verkehrsunfällen wurde ebenfalls ein höherer Stand verzeichnet: 2023 waren es 30, 2024 waren es 25 und in 2025 sind es 34 Verkehrsunfälle gewesen. Beim Einfahren in den Kreisverkehr aus Richtung Possehlstraße kam es 7 Mal zum Unfall, beim Einfahren aus Richtung der Geniner Straße und der Berliner Straße insgesamt 11 Mal. 19 Menschen erlitten Verletzungen, davon 10 Radfahrer, 3 Fahrer eines E-Rollers sowie 1 Fußgänger.
Mühlentorplatz
Die Anzahl aller Verkehrsunfälle im gesamten Bereich des Verteilerkreises bewegen sich mit 32 auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahre 2024 (31 Fälle). Bei den aufnahmepflichtigen Verkehrsunfällen konnte ein Anstieg von 17 (2024) auf 20 im Jahr 2025 festgestellt werden. In 19 Fällen ereigneten sich am Mühlentorplatz Verkehrsunfälle mit Personenschaden, 2024 waren es 15. Im Jahr 2025 haben sich an dem Kreisverkehr in Lübeck St. Jürgen 21 Menschen Verletzungen zugezogen, davon 17 Radfahrer, 1 Fahrer eines E-Rollers sowie 1 Fußgänger.
Alkohol, berauschende Mittel, Verkehrsunfallflucht
Mit Blick auf die im Straßenverkehr begangenen Straftaten in Lübeck hat sich die Anzahl der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss Alkoholeinfluss leicht von 112 (2024) auf 110 im Jahr 2025 reduziert. Unfälle im Zusammenhang mit dem Einfluss von Betäubungsmitteln stiegen leicht an von 20 auf 22 im Jahr 2025.
Anders als in den Vorjahren ist in dem Deliktsfeld des unerlaubten Entfernens vom Unfallort ein Rückgang der Zahlen festzustellen. Stieg die Anzahl der Taten von 2021 bis 2024 (2350 Fälle), so wurden 2025 2.238 Straftaten wegen des Verdachts der Verkehrsunfallflucht aufgenommen, ein Rückgang -4,77 %.
Der Verkehrssicherheitsbericht 2025 für den Kreis Ostholstein folgt in einem Extra-Bericht.








