Foto: Arno Reimann
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Kiel – Schleswig-Holstein hat im Jahr 2025 insgesamt rund 7200 Geflüchtete aufgenommen. Das geht aus dem aktuellen Zuwanderungsbericht des Landes hervor, den das Integrationsministerium veröffentlicht hat. Rund 4100 der Schutzsuchenden, die im Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge ankamen, stammten aus der Ukraine (2024: 5300 Personen). Die Direktankünfte von ukrainischen Schutzsuchenden in den Kreisen und kreisfreien Städten sind in dieser Zahl nicht enthalten. Rund 3100 waren Asylsuchende aus anderen Ländern (2024: 6500 Personen).

„Die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind auch in Schleswig-Holstein weiterhin spürbar. Noch immer fliehen Tausende vor Krieg und Terror und suchen Schutz bei uns. Als Land haben wir im vergangenen Jahr erneut dafür gesorgt, dass Ukrainerinnen und Ukrainern hier ein gutes Ankommen ermöglicht wird und erste Schritte zur Integration gelingen“, sagte Integrationsministerin Aminata Touré.

Zugleich wies sie darauf hin, dass die Zahl Asylsuchenden aus anderen Ländern gegenüber 2024 gesunken ist. „Auch wenn sich die aktuelle Bundesregierung diese Entwicklung gern auf die eigenen Fahnen schreibt: Ursache sind weniger symbolische Maßnahmen wie die verhängten deutschen Grenzkontrollen als internationale Entwicklungen. So verlassen beispielsweise deutlich weniger Menschen in Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes das Land. Aber auch die weiter anhaltenden illegalen Push-Backs im Mittelmeer spielen eine Rolle. Viele Menschen, die sich von Nordafrika aus auf den Weg über das Mittelmeer machen, kommen nie in Europa an, weil sie insbesondere von der libyschen Küstenwache mit Unterstützung der Europäischen Union abgefangen werden. Das ist nicht nur völkerrechtswidrig und menschenunwürdig, sondern befördert die Entstehung neuer Fluchtrouten, die häufig noch gefährlicher sind. Deshalb fordere ich weiterhin eine humanitäre und offene Migrationspolitik auf europäischer Ebene, die sich klar zum Menschenrecht auf Asyl bekennt und die Aufnahme und Integration von Geflüchteten solidarisch organisiert. Auch Deutschland spielt dabei als bevölkerungsreichstes und wirtschaftlich stärkstes Land in der EU weiterhin eine zentrale Rolle“, so Touré.

Schleswig-Holstein sei im vergangenen Jahr in Fragen der Migration und Integration seiner Verantwortung dabei erneut gerecht geworden: „Dafür bedanke ich mich herzlich bei allen, die daran mitgewirkt haben, die geflüchteten Menschen aufzunehmen, zu versorgen und gute Voraussetzungen für die Integration zu schaffen“, sagte Touré.

Derzeit betreibt das Land insgesamt sechs Erstaufnahmeeinrichtungen mit einer Gesamtkapazität von 7000 Plätzen. Davon sind aktuell 3500 Plätze belegt. Rund 7600 Personen wurden nach dem Aufenthalt in der Erstaufnahme im vergangenen Jahr auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt. Im Jahr 2024 waren es noch rund 12.300 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 38 Prozent.

1560 vollziehbar ausreisepflichtige Personen wurden 2025 zurückgeführt (2024: 1700). Bei 856 Personen erfolgte eine freiwillige Ausreise. Die Rückführungszahlen sind noch nicht abschließend, weil bislang noch nicht alle Meldungen aus den Kreisen und kreisfreien Städten vorliegen.

Zum Zuwanderungsbericht:

2025_Dezember_Zuwanderungsbericht.pdf