
Stockelsdorf – Seit gut drei Monaten wird das Sportzentrum Jahnstraße in Stockelsdorf umfassend saniert.
Ursprünglich lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Sicherstellung der Trinkwasserhygiene. Im Zuge der Maßnahmen wird die komplette Trinkwasserinstallation erneuert, zudem werden die Umkleide- und Duschräume grundlegend modernisiert.
Dafür müssen auch der Estrich einschließlich der Bodenbeläge sowie Teile der Deckenkonstruktion ausgetauscht werden. Gleichzeitig mussten acht Umkleide- und vier Duschräume gesperrt werden.
Geplant war, die Arbeiten bis Ende März abzuschließen. Dieser Zeitplan kann jedoch nicht eingehalten werden: Nach aktuellem Stand wird das Sportzentrum voraussichtlich erst nach den Herbstferien 2026 wieder vollständig nutzbar sein.
Grund für die Verzögerung ist ein bislang nicht erkannter Schaden am Dach, der erst im Zuge der Bauarbeiten sichtbar
wurde. Beim Entfernen der Unterdecke in den Duschräumen stellte sich heraus, dass die Abdichtung nicht mehr intakt ist und die gesamte Dämmung durchfeuchtet ist. „Eine Komplettsanierung des Daches ist unumgänglich“, erläutert Dirk Schmidt aus dem Fachdienst Bauen. Die Gesamtkosten der Erneuerung der Trinkwasseranlage inklusive der Duschräume
belief sich bisher auf 660.000 Euro. Für die zusätzlichen Arbeiten werden derzeit weitere Kosten von rund 300.000 Euro
veranschlagt.
Zudem wird eine Photovoltaikanlage auf das neue Dach gesetzt, um den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes zu entsprechen.
Die Verzögerung stellt alle Beteiligten vor organisatorische Herausforderungen. Die Sportanlage an der Jahnstraße ist stark frequentiert: Neben den Schülerinnen und Schülern der Gerhard-Hilgendorf-Schule wird die Anlage ganzjährig vom ATSV Stockelsdorf, saisonal vom SV Dissau, zeitweise vom VfB Lübeck und regelmäßig vom DFB Auswahltraining genutzt.
Auf der Anlage wird in den Sportarten Fußball, Leichtathletik und Volleyball trainiert. Je nach Saison wird die Sportanlage
von bis zu 500 Personen am Tag genutzt.
Um den Sportbetrieb während der Bauzeit aufrechtzuerhalten, wurden auf dem Parkplatz der benachbarten ATSV-Sporthalle in der Georg-Ohm-Straße insgesamt sechs Container als Ersatz-Umkleidekabinen aufgestellt. Bis spätestens Ende nächster Woche werden zudem zwei Sanitärcontainer mit Duschmöglichkeiten hinzukommen.
Ergänzend können auch die Umkleide- und Duschräume in der Sporthalle genutzt werden. Diese ist zwar bereits stark ausgelastet, insbesondere durch den Handballsport, dennoch sollen die zusätzlichen Kapazitäten gemeinsam genutzt werden.
ATSV-Managerin Saskia Fischer zeigt Verständnis für die Situation und die Einschränkungen und steht sowohl mit der Gemeindeverwaltung als auch mit den betroffenen Abteilungen des ATSV in engem Austausch.
Die Bauarbeiten gelten als alternativlos. Ziel der Maßnahme ist es, dauerhaft eine hohe Trinkwasserhygiene sicherzustellen.
Künftig werden im Sportzentrum automatische Duschen mit Fernauslesefunktion eingesetzt. Diese Technik dokumentiert
Spülvorgänge automatisiert und macht eine manuelle Spülung sowie die bisher notwendige schriftliche Dokumentation vor Ort überflüssig. Nach Abschluss der Sanierung wird die Anlage damit den neuesten technischen Anforderungen entsprechen.
Parallel zu den baulichen Maßnahmen wird in Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung der Gemeinde auch das WLAN-Netz auf der Anlage ausgebaut.
Die Gemeinde Stockelsdorf bittet alle Nutzerinnen und Nutzer der Sportanlage um Verständnis für die Einschränkungen
während der Bauarbeiten und freut sich darauf, die Sportstätte nach Abschluss der Maßnahmen in deutlich modernisierter und hygienisch optimierter Form bereitzustellen.
Trotz der bestehenden Herausforderungen gibt es auch eine positive Nachricht: Die Gemeinde Stockelsdorf hat Ende
Februar 2026 einen positiven Zuwendungsbescheid aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) erhalten. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle sowie für Fachplanung und Baubegleitung wird ein Zuschuss in Höhe von bis zu 56.419 Eurobereitgestellt.








