Jedes achte Grundschulkind im Kreis Ostholstein im Alter von sechs bis zehn Jahren (12,7 Prozent) bekam im vergangenen Jahr eine Brille verordnet.  - Foto: AOK/colourbox/oH
- Anzeige -

Ostholstein – Gutes Sehen ist für Schulkinder unerlässlich. Denn nur dann können sie den Schulalltag meistern und lesen, schreiben und alles an der Tafel erkennen. Rechtzeitig zum Schulstart im Kreis Ostholstein appelliert die AOK NordWest daher an alle Eltern, unbedingt auf die Sehfähigkeit ihrer Kinder zu achten und rechtzeitig zu handeln.

Jedes achte bei der AOK versicherte Grundschulkind im Kreis Ostholstein im Alter von sechs bis zehn Jahren (12,7 Prozent) bekam im vergangenen Jahr eine Brille verordnet. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Bei Kindergartenkindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren waren es 6,8 Prozent.

„Ein Schulstart mit Sehdefiziten sollte unbedingt verhindert werden. Sehprobleme zeigen sich meist durch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Verhaltensauffälligkeiten der Kinder im Alltag. Dann sollten Eltern mit ihrem Kind unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Wichtig ist auch, die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahrzunehmen“, rät AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Durchblick zum Schulstart

Der Start in den Schulalltag stellt viele Kinder vor Unsicherheiten, beispielsweise Ängste vor dem Schulweg, den anderen Kindern und Lehrern oder den unbekannten Räumlichkeiten, die Angst, etwas nicht zu können. Oft taucht aber dann ein ganz anderes, bisher unentdecktes Phänomen auf: Die Buchstaben und Zahlen an der Tafel verschwimmen. Beim Lesen ist das Wort nicht richtig erkennbar.

Sehschwäche bei Kindern rechtzeitig erkennen

Sehprobleme bleiben oft lange unentdeckt, denn schlechtes Sehen tut nicht weh. Außerdem können Kinder ihre eigene Fehlsichtigkeit aufgrund des mangelnden Vergleichs häufig nicht feststellen. In der Schule fällt es schlecht sehenden Kindern häufig schwer, dem Unterricht zu folgen. Sie ermüden schneller, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsabfall und Motivationsverlust können die Folge sein.

Anzeichen für Sehprobleme bei Kindern können Klagen über Kopfschmerzen, Augenbrennen oder vermehrtes Zwinkern oder Blinzeln sein. Auch Kinder, die sich ständig die Augen reiben, ihren Kopf schief halten, einen geringen Abstand zu Buch, Bildschirm oder Fernsehen halten, können eine Sehschwäche haben. Weitere Warnhinweise können sein, wenn Kinder häufig stolpern, generelle Balancestörungen aufweisen oder zunehmende Schwierigkeiten bei Dämmerung oder Dunkelheit haben.

Hornhauttrübungen und grau-weißliche Pupillen können ebenfalls auf eine Sehschwäche hinweisen. Ein erhöhtes Risiko für eine Fehlsichtigkeit liegt zum Beispiel vor bei Frühgeburten, Kindern mit Entwicklungsrückstand, Geschwistern oder Kindern von Schielern oder stark Fehlsichtigen sowie bei Kindern aus Familien mit bekannten erblichen Augenerkrankungen.

Augenuntersuchungen beim Kinderarzt

Im Rahmen der gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt, die vom dritten Lebenstag bis kurz vor Schulbeginn durchgeführt werden, steht bei der Untersuchung (U9) kurz vor Schulbeginn auch der Sehsinn des Kindes im Fokus und damit die Früherkennung einer Fehlsichtigkeit. „Diese Untersuchungen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten. Wird dabei eine Fehlsichtigkeit festgestellt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für die bei ihnen versicherten Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr die Kosten für Brillengläser in Höhe der sogenannten Festbeträge“, sagt Wunsch.