Präventionsveranstaltung im Lübecker Behördenhaus zum Tag des Einbruchschutzes - Foto: Polizei, freigegeben/oH
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Lübeck – Die Wohnung war dunkel, da die Mieterin zur Kur war. Das Haus war unbeleuchtet, weil die Bewohner einen schönen Abend im Restaurant genossen. Gelegenheiten, die der Einbrecher im Schutz der Dunkelheit nutzt, um über ein nicht einsehbares Seitenfester oder die einfach zu erreichende Terrassentür einzusteigen. In fast 50 Prozent der Fälle scheitert der Täter.

In den übrigen Fällen erleben die Heimkehrer ein böses Erwachen: herausgerissene Schubladen, die fehlende Goldkette – ein Erbstück der Großmutter, die geleerte Spardose der Kinder, das fehlende Geld in der Haushaltskasse aus dem Küchenschrank. Neben dem finanziellen Schaden bleibt bei einer Vielzahl der Betroffenen das Gefühl zurück, ein Fremder ist in meinen privatesten Bereich eingedrungen.

Nachdem die Anzahl der Wohnungseinbrüche bis 2021 kontinuierlich rückläufig war, registrierte die Polizeidirektion Lübeck im Jahr 2022 mit 334 Taten wieder einen Anstieg (2021: 253). Die meisten Einbrüche ereigneten sich zwischen November und Februar und zur Nachtzeit. In den vergangenen Jahren bleibt es in der Mehrheit der Fälle bei einem Versuch, was unter anderem auf immer bessere Sicherungseinrichtungen zurückzuführen sein dürfte.

Um dem saisonalen Anstieg der Wohnungseinbruchdiebstähle nach der Zeitumstellung und der früher beginnenden Dämmerung entgegenzuwirken, luden das Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Lübeck sowie Kriminalbeamte der Bezirkskriminalinspektion Lübeck zum Tag des Einbruchschutzes am Montag (30.10.) zu einer Informationsveranstaltung ins Behördenhaus in die Possehlstraße ein.

Speziell geschulte Einbruchschutzberater der Polizei klärten in der zweistündigen Veranstaltung nicht nur über das Vorgehen der Einbrecher und Sicherungsmaßnahmen auf, sondern veranschaulichten auch praktisch, wo sich die Schwachstellen an Fenstern und Türen befinden können. Zusätzlich wurden Interessierte auf die kostenfreie Möglichkeit einer Vor-Ort-Beratung hingewiesen. In dem Serviceangebot der Polizei richtet sich der Fokus einzig auf das aufgesuchte Haus oder die Wohnung. Ob und mit welchem Unternehmen etwaige Sicherungsmaßnahmen getätigt werden, entscheidet der Eigentümer letztlich selbst.

Die Einbruchschutzberater der Polizeidirektion Lübeck, die sowohl in der Hansestadt Lübeck als auch im Kreis Ostholstein beraten, sind unter der Rufnummer 0451-1311420 oder per E-Mail unter Einbruchschutz.Luebeck.PD@polizei.landsh.de erreichbar und geben nachfolgende Tipps:

1. Schließen Sie Fenster und Türen ab!

Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster und lässt sich leicht vom Einbrecher öffnen. Eine herangezogene Tür, die nur eine Falle hat, lässt sich leicht vom Täter öffnen.

2. Sichern Sie Ihre Fenster!

Einbrecher nutzen vor allem seitlich oder nach hinten gelegene Fenster beziehungsweise Terrassenfenster, die schlecht einsehbar sind und im Dunkeln liegen. Schauen Sie sich die Mechanik der Fenster an! Pilzkopfzapfen können ein Fenster sehr gut verriegeln, wenn ein entsprechendes Schließstück vorhanden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, können die entsprechenden Schließstücke einfach nachgerüstet werden. Dies erschwert das Einbrechen durch Aufhebeln erheblich. Auch abschließbare Fenstergriffe und Aufschraubsicherungen machen Ihre Fenster sicherer.

3. Sichern Sie Ihre Türen!

Mehrfachverriegelung an den Türen sollte heutzutage Standard sein. Eingebaute Profilzylinder sollten auf keinen Fall nach außen herausstehen. Im besten Fall schützen Sie den Profilzylinder mit einem Schutzbeschlag.

4. Wenn Sie investieren, dann sinnvoll!

Sollten Sie Fenster und Türen nachrüsten, nutzen Sie VDS-geprüfte Teile (Schließzylinder, Schutzbeschläge, Aufschraubsicherungen, Fenstergriffe) – Billigware täuscht Sicherheit vor.

5. Beleuchtung: Einbrecher bevorzugen die Dunkelheit, da sie dadurch weniger sichtbar sind. Machen Sie es den Tätern unbequem, indem Sie Bewegungsmelder mit entsprechender Beleuchtung installieren. Diese sollten so angebracht sein, dass eine Manipulation ausgeschlossen werden kann.

6. Mein Zuhause ist belebt: Lassen Sie eventuelle Täter nicht wissen, dass Sie außer Haus sind! Einbrecher bevorzugen Wohnungen und Häuser, in denen absolute Dunkelheit zeigt, es ist niemand im Haus. Nutzen Sie intelligente Zeitschaltuhren, wenn Sie mehrere Tage nicht zu Hause sind. Lassen Sie das Licht zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Räumen an- und wieder ausgehen. Fernsehsimulatoren sind eine interessante Möglichkeit. Nutzen Sie diesen aber nicht in einem Raum, der komplett von außen einsehbar ist.

7. Gehen Sie sorgsam mit Social Media um!

Nicht jeder sollte durch das offene Teilen von Urlaubsfotos in den sozialen Medien wissen, dass Sie verreist sind und Ihr Haus daher unbewohnt ist.

8. Mechanik vor Einbruchmeldeanlage!

Eine Alarmanlage ist eine ergänzende Möglichkeit, Ihr Zuhause vor Einbrüchen zu schützen, indem diese den Täter durch akustische Signale abschreckt und gleichzeitig den Hausbesitzer z.B. über das Smartphone benachrichtigt. Das unbefugte Eindringen in Ihr Haus wird im Wesentlichen jedoch durch mechanische Vorkehrungen erschwert.

9.Wachsamer Nachbar!

Eine starke Nachbarschaftsgemeinschaft kann einen großen Beitrag zur Sicherheit leisten. Achten Sie auf verdächtige Aktivitäten in Ihrer Nachbarschaft und informieren Sie die Polizei, wenn Sie Ungewöhnliches bemerken. Bei Urlaub oder längerer Abwesenheit sollten Sie Ihren Nachbarn Bescheid geben, damit unter anderem der Briefkasten geleert wird.

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