Zum Weltfrauentag am 8. März 2026 ein Schnappschuss aus dem Vorjahr in Lübeck - Foto: Arno Reimann
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Kiel – Frauen verdienen in Schleswig-Holstein weiterhin deutlich weniger als Männer: Die Verdienstungleichheit lag 2025 nach Angaben des Statistikamtes Nord bei 34 Prozent und ist damit leicht gestiegen. Gleichstellungsministerin Aminata Touré hat anlässlich des Weltfrauentages am 8. März dazu aufgerufen, die Gleichstellung von Frauen und Männern entschlossener voranzutreiben und Verdienstunterschiede abzubauen.

„Ich stehe an der Seite aller Frauen, die für ihre Rechte streiten und für echte Gleichstellung kämpfen. Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern liegt in Schleswig-Holstein zwar unter dem Bundesschnitt, ist im letzten Jahr aber wieder größer geworden. Frauen und Männer werden immer noch nicht in gleicher Weise bezahlt, unbezahlte Arbeit – wie eigene Kinder zu betreuen oder die eigenen Eltern zu pflegen – wird nach wie vor hauptsächlich von Frauen übernommen. So sieht echte Gleichstellung nicht aus!“, sagte Touré.

Die Verdienstungleichheit zwischen Frauen und Männern („Gender Gap Arbeitsmarkt“) lag in Schleswig-Holstein im Jahr 2025 bei 34 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem Vorjahr. Bundesweit lag der Wert bei 37 Prozent. In diese Berechnung fließt auch ein, dass Frauen durchschnittlich weniger Stunden erwerbstätig sind – beispielsweise aufgrund von Kinderbetreuung. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe diese Unterschiede zu überwinden. Als Gleichstellungsministerium arbeiten wir daran, möglichst gute Rahmenbedingungen für Frauen zu schaffen, indem wir zum Beispiel eine verlässliche Kindertagesbetreuung sicherstellen und Entlastung für pflegende Angehörige schaffen. Gleichzeitig müssen aber vor allem auch Männer ihren Teil beitragen, indem sie sich beruflich auch mal zurücknehmen, mehr Arbeit zu Hause übernehmen und grundsätzlich klassische Geschlechterrollen hinterfragen“, so die Ministerin.

Touré betonte, dass selbst bei einer reinen Betrachtung der Bruttostundenlöhne („Gender Pay Gap“) Frauen in Schleswig-Holstein durchschnittlich 12 Prozent weniger verdienen als Männer: „Das Geschlecht darf keinen Einfluss darauf haben, wie viel eine Person verdient. Für gleiche Arbeit muss es den gleichen Lohn geben.“

Den Internationalen Frauentag oder auch Weltfrauentag gibt es jährlich am 8. März. Der Aktionstag entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Initiative sozialistischer Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. Seit mehr als 100 Jahren wird an diesem Tag weltweit auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht.