Kaffee-Fans im Kreis Ostholstein können sich freuen: Das Getränk fördert nicht nur die Konzentration, sondern regt auch einige Funktionen im Körper positiv an – wenn die Menge stimmt. - Foto: AOK/Colourbox/oH
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Ostholstein – Für viele Menschen im Kreis Ostholstein ist eine Tasse Kaffee am Morgen ein festes Ritual. Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes trinken Deutsche pro Kopf durchschnittlich 163 Liter im Jahr. Viele Studien bescheinigen dem Wachmacher gesundheitliche Vorteile. Er macht uns glücklich – und das schon seit vielen Jahrhunderten. Im Gegensatz zu Alkohol oder Nikotin ist Kaffee sogar gesund. Das liegt nicht nur am Koffein, sondern auch an den über 1.000 anderen Inhaltsstoffen. „Trotzdem sollte jeder die Koffein- und Tassenmenge pro Tag begrenzen. Aber mäßiger Kaffeekonsum ist nicht gesundheitsschädlich. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise auf positive Wirkungen für die Gesundheit“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Wachmacher Koffein?

Unter den vielen Inhaltsstoffen im Kaffee ist Koffein der bekannteste, denn es macht wach. Koffein stimuliert das Nervensystem: Wir können uns besser konzentrieren, schneller denken und leichter lernen. Zudem hebt Koffein die Stimmung. Auch die Herzfrequenz, der Blutdruck, die Magenfunktion, die Darmtätigkeit und viele weitere Stoffwechselvorgänge werden angeregt. Die Folge: Wir fühlen uns einfach fitter. Doch was passiert dabei genau im Gehirn? Koffein blockiert ein Molekül, das müde macht: Adenosin. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden, die den Organismus mobilisieren. Da Koffein im Gehirn wirkt und aufputscht, gilt Kaffee als „Droge“. Er macht zwar nicht im eigentlichen Sinne süchtig, aber es tritt eine Art Gewöhnungseffekt ein. Wer also viel Kaffee trinkt und plötzlich darauf verzichtet, kann Kopfschmerzen bekommen oder müde werden.

Kaffee schützt vor manchen Krankheiten

Neben Koffein enthält Kaffee noch andere Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel pflanzliche Phenolsäuren. Diese wirken als sogenannte Antioxidantien und scheinen gesundheitsfördernd zu sein: Sie fangen freie Radikale, die unsere Zellen angreifen, und senken so das Risiko, an Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall) zu erkranken. Lange war unklar, ob Kaffee krebserregend ist. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schließt aufgrund aktueller Studien ein Krebsrisiko aus. Der Wachmacher erhöht den Blutdruck nur kurzfristig, langfristig besteht keine Gefahr für Bluthochdruck. Wenn sich durch Kaffee Herzrhythmusstörungen verstärken, empfiehlt es sich, zu koffeinfreiem Kaffee oder pflanzlichen Sorten wie Getreide-, Malz- oder Lupinenkaffee zu greifen.

Vier bis fünf Tassen pro Tag sind in Ordnung

Für einen gesunden Erwachsenen gibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an, dass bis zu 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis – also Koffein, das innerhalb kurzer Zeit aufgenommen wird – gesundheitlich unbedenklich sind. „Das sind ungefähr zwei Tassen Filterkaffee oder Espresso. Über den Tag verteilt können gesunde Erwachsene bis 400 Milligramm koffeinhaltige Getränke trinken, also vier bis fünf Tassen“, so Wunsch. Für alle, die sich gerne bewegen, gilt allerdings: Sport belastet das Herzkreislaufsystem, und Koffein kann diese Belastung erhöhen. Deshalb ist es besser, Koffein beim Sporttreiben vorsichtig zu dosieren.

Weitere Infos zum Thema zuckerfreie Ernährung im Gesundheitsmagazin unter aok.de Stichwort ‚Ernährung‘.