Foto: Arno Reimann
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Kiel – Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke hat heute (12. März) gemeinsam mit dem Leitenden Kriminaldirektor Stephan Marks die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Bilanz für Schleswig-Holstein zeigt eine positive Entwicklung: Die Zahl der registrierten Straftaten ist deutlich zurückgegangen, die Aufklärungsquote bleibt zugleich auf einem hohen Niveau.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 178.923 Straftaten polizeilich erfasst. Das entspricht einem Rückgang der Fallzahlen um 16,2 % beziehungsweise 34.494 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Wird das große Umfangverfahren aus dem Jahr 2024 herausgerechnet, ergibt sich immer noch ein Minus von 8,2 Prozenz beziehungsweise 15.899 Fällen.

Die Zahl der registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner (sog. Häufigkeitszahl) sank auf 6.046 Fälle.

Die Aufklärungsquote liegt bei 56,7 Prozent. Damit geht sie gegenüber dem Vorjahr zwar um 3,9 Prozent zurück, bewegt sich im Langzeitvergleich aber weiterhin auf einem beachtlich hohen Niveau.

Innenministerin Finke erklärte: „Unsere Landespolizei tut alles dafür, dass Schleswig-Holstein sicher ist und bleibt und das bestätigt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik. Der Rückgang der Fallzahlen und die weiterhin hohe Aufklärungsquote sind Ergebnis engagierter Polizeiarbeit mit hoher Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landespolizei, zielgerichteter Prävention und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit anderen Behörden.

Bei den Straftaten ohne Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz/EU wurden im Jahr 2025 insgesamt 66.363 Tatverdächtige ermittelt. Das entspricht einem Rückgang um 2.621 Personen bzw. 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unten ihnen befanden sich 45.457 Deutsche, was einem Rückgang von 2.407 Tatverdächtigen (-4,9 Prozent) entspricht. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank um 214 Personen (-1,1 Prozent) auf 19.906. Damit lag ihr Anteil an allen ermittelten Tatverdächtigen bei 30,3 Prozent. Im Vorjahr lag der Anteil bei 29,2 Prozent.

Besondere Entwicklungen im Detail

Die registrierte Gewaltkriminalität ist 2025 um 383 Fälle beziehungsweise 5,7 Prozent auf insgesamt 6.329 Taten gesunken. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei 80,8 Prozent. Auch bei den Rohheitsdelikten, zu denen unter anderem Körperverletzungsdelikte, Bedrohung und Nötigung zählen, ist ein Rückgang zu verzeichnen. Die Fallzahlen sanken um 1,7 Prozent beziehungsweise 570 Fälle auf insgesamt 33.402. Die Aufklärungsquote lag hier bei 87,7 Prozent.

Die Zahl der Messerangriffe stieg hingegen um 8,0 Prozent beziehungsweise 95 Fälle auf insgesamt 1.282 registrierte Straftaten an. Insgesamt wurden 1.153 beteiligte Tatverdächtige ermittelt, von denen 1.010 selbst Messerangreifer gewesen sind, das heißt, sie haben bei den teils gemeinschaftlich begangenen Taten mindestens einmal mit einem Messer gedroht oder es gegen eine Person eingesetzt. Von diesen 1.010 Messerangreifern waren 84,8 Prozent männlich; 58,8 Prozent besaßen die deutsche und 41,2 Prozent eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit. Unter den insgesamt 1.605 Opfern (2024: 1.508) wurden 11 Menschen getötet, 77 schwer und 309 leicht verletzt.

Finke sagte dazu: „Die überwiegende Anzahl der Taten findet im öffentlichen Raum statt. Deshalb haben wir bereits Ende 2024 ein Waffen- und Messerverbot im öffentlichen Personennahverkehr geregelt. Die Landespolizei hat in sehr guter Zusammenarbeit mit der Bundespolizei beeindruckende 12.000 Personenkontrollen in Bahnhofsgebäuden und im ÖPNV durchgeführt und dabei rund 250 Messer sichergestellt. Schon jetzt lässt sich feststellen, dass zum Jahresende hin immer weniger Messer sichergestellt wurden. Das zeigt: Die Kontrollen wirken. Dennoch werden wir nicht nachlassen, der beunruhigenden Entwicklung entgegenzuwirken. Unser Ziel ist es, gefährliche Täterinnen und Täter frühzeitig zu stoppen – durch erweiterte Befugnisse für die Landespolizei, den Ausbau der Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten, mehr Polizistinnen und Polizisten sowie die Ausweitung von Waffen- und Messerverbotszonen. Das ergänzen wir durch intensive Präventionsarbeit. Da es sich bei der zunehmenden Verrohung jedoch um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, müssen wir hier alle an einem Strang ziehen.“

Im Bereich Häusliche Gewalt wurden 2025 landesweit 9.709 Opfer registriert. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent beziehungsweise 348 Personen. 70,7 Prozent der Betroffenen waren weiblich. 1.907 Opfer blieben unverletzt, 4.655 Opfer erlitten leichte, 57 schwere Verletzungen; insgesamt 8 Opfer wurden durch die Tat getötet.

Finke betonte: „Jede Frau hat das Recht, frei von Angst und Bedrohung zu leben. Beim Schutz von Frauen vor Gewalt haben wir in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren bereits wichtige Maßnahmen umgesetzt: Mit dem erweiterten Hochrisikomanagement, der Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (EAÜ) und der Stärkung der Frauenfacheinrichtungen und Täterarbeit haben wir unsere Schutzmechanismen deutlich verbessert. Diese Maßnahmen zeigen: Wir stehen an der Seite der Betroffenen und setzen alles daran, ihnen frühzeitig und wirksam Sicherheit zu geben. So können wir im Hinblick auf die Wirksamkeit der EAÜ bestätigen, dass es im Zusammenhang mit den angeordneten Maßnahmen in Schleswig-Holstein seitdem zu keinem Tötungsdelikt gekommen ist. Doch wir wissen auch, dass der Kampf gegen familiäre und partnerschaftsbezogene Gewalt niemals abgeschlossen ist. Darum arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Instrumente weiterzuentwickeln, Schutzlücken zu schließen und allen beteiligten Stellen die bestmöglichen Voraussetzungen für konsequentes Handeln zu geben.“

Im Jahr 2025 wurden 1.636 Fälle von Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte (PVB) registriert. Das entspricht einem Rückgang um 6,6 Prozent beziehungsweise 116 Fällen gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 3.792 PVB Opfer von Gewalt, 491 von ihnen wurden verletzt (2024: 563).

Auch bei der Gewalt gegen Einsatzkräfte der Feuerwehr und sonstige Rettungsdienste zeigt die PKS 2025 einen Rückgang. Es wurden 79 Straftaten erfasst (2024: 102), was einem Rückgang um 22,6 Prozent entspricht.

Trotz der sinkenden Zahlen zeigte sich Ministerin Finke besorgt: „Angriffe auf unsere Einsatzkräfte machen mich sprachlos. Das sind die Menschen, die Tag für Tag dafür sorgen, dass wir in Schleswig-Holstein sicher leben können. Diese Menschen haben ein Recht darauf, jeden Tag gesund nach Hause zurückzukehren. Wir haben die persönliche Schutzausstattung in den vergangenen Jahren bereits deutlich verbessert. Doch auch hier werden wir nicht nachlassen. Die Zunahme von Respektlosigkeit und Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das wir nur gemeinsam angehen können.“

Im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität ist, wie bereits im Vorjahr, ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Bereinigt um ausländerrechtliche Verstöße wurden 2025 insgesamt 9.038 Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige (2024: 9.673) erfasst. Es ist wichtig, junge Menschen frühzeitig zu erreichen, bevor Gewalt entsteht. Eine enge Zusammenarbeit von Polizei, Schulen, Jugendämtern und sozialen Trägern ist hierfür unerlässlich.

Die Eigentumsdelikte machen weiterhin den größten Anteil an der Gesamtkriminalität aus. Im Jahr 2025 wurden 62.522 Fälle des Diebstahls registriert. Das entspricht einem Rückgang um 6.951 Fälle beziehungsweise minus 10,0 Prozent. Deutliche Rückgänge zeigen sich insbesondere beim Fahrraddiebstahl (-18,6 Prozent), beim Ladendiebstahl (-7,1 Prozent) sowie beim Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen (-14,3 Prozent).

Die Zahl beim Wohnungseinbruchsdiebstahl sank 2025 erneut; um -15,9 Prozent beziehungsweise 471 Fälle. Insgesamt wurden 2.486 Wohnungseinbrüche registriert.

Trotz intensiver Präventionsarbeit und Ermittlungserfolgen verursachen gängige Betrugsmaschen weiterhin erhebliche Schäden bei den Opfern. Stephan Marks warnte daher vor bekannten Phänomen wie dem Enkeltrick, dem Schockanruf (nach angeblichem Verkehrsunfall) oder Anrufen von falschen Polizeibeamten.

Aber auch der sogenannte Cybertrading-Fraud weitet sich aus. Bei dieser Form des Anlagebetruges werden Opfer dazu bewegt, hohe Geldbeträge in vermeintlich lukrative Depots zu investieren. Tatsächlich werden die enormen Gewinne aber nur vorgetäuscht und es droht ein Totalverlust der investierten Beträge.

Stephan Marks appelliert deshalb: „Extrem hohe Gewinnaussichten sollten immer misstrauisch machen – insbesondere dann, wenn sie lediglich über soziale Netzwerke oder über Onlinebekanntschaften empfohlen werden.“