Foto: Arno Reimann
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Lübeck – Am Montag (8.1.) kam es wie angekündigt zu den ersten Protestaufzügen der Landwirte. Auch in Ostholstein waren viele Korsi und Kleingruppen unterwegs und zeigten ihren Unmut gegenüber der von der Regierung geplanten Streichungen von Subventionen. Morgens fuhren 100 Fahrzeuge spontan über die Autobahn, mittags war die Fehmarnsundbrücke kurzfristig blockiert, am Nachmittag verliefen die Fahrten friedlich. Es kam jedoch zu zahlreichen, wenn auch zeitlich überschaubaren Blockaden.

Seit etwa 5 Uhr waren verschiedene Treckerkorsi in Ostholstein unterwegs. Die Routen führten von Eutin über Ahrensbök bis nach Stockelsdorf, von Gnissau bis nach Scharbeutz, von Pönitz bis nach Ratekau und jeweils zurück. Vor allem aber rund um Neustadt und bis Großenbrode wurden immer wieder verschiedene Routen gefahren. Vereinzelt kam es im Zuge des Berufsverkehrs zu kurzzeitigen Blockaden von Autobahnzufahrten.

Gegen 6 Uhr wurde ein circa 100 Fahrzeuge umfassender Konvoi auf der Autobahn A1 festgestellt. Nach einem Kooperationsgespräch beendeten die Landwirte ihre Spontanversammlung und verließen eigeninitiativ die Autobahn. Ab etwa 12.30 Uhr fuhren rund 15 Traktoren von Großenbrode in Richtung Fehmarn, um über die Brücke zu gelangen. Auf der Insel hingegen wartete eine etwa gleiche Anzahl an Fahrzeugen, die danach auf das Festland fahren wollte.

Nachdem die erste Kolonne auf der Insel eintraf, blieb eines der Fahrzeuge stehen, sodass es zu einem massiven Rückstau bis weit auf das Festland kam. Anschließend fuhren die Traktoren im Wechsel über die Brücke, sodass der Verkehr weiter ins Stocken geriet. Gegen 15 Uhr war diese Aktion beendet und ein fließender Verkehr hergestellt.

Nach einer Mittagspause gingen die Fahrten ab etwa 14 Uhr weiter. So rollte zusätzlich ein Konvoi mit 150 Fahrzeugen von Lütjenburg nach Oldenburg i.H. und wieder zurück. Die von der Polizei begleitete Fahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse. Während die Pendelfahrten auf den übrigen Routen mit insgesamt circa 250 Fahrzeugen ebenfalls harmonisch verliefen, fuhren im Nordkreis einzelne Gruppen unterschiedliche Punkte an und hielten die Polizei auf Trab.

Eine Kolonne von acht Fahrzeugen stoppte am Marktplatz von Heiligenhafen, um anschließend über die B501 nach Oldenburg i.H. zu fahren, um dort ebenfalls den Marktplatz anzulaufen. Seine letzte Runde drehte ein etwa 30 Fahrzeuge umfassender Konvoi gegen 16.30 Uhr von Neustadt über Süsel und Sierksdorf bis nach Merkendorf.

Um 17.10 Uhr erklärte der Verantwortliche für den Bereich Stockelsdorf-Eutin seine Versammlung für beendet. Dem folgten sukzessive die weiteren Pendelfahrten, sodass gegen 19 Uhr keine offiziell angemeldeten Fahrten mehr stattfanden.

Insgesamt zieht die Polizei eine positive Bilanz. Die Teilnehmer verhielten sich überwiegend diszipliniert, kooperativ und angemessen. Auch die übrigen Bürger und Verkehrsteilnehmer zeigten Verständnis und vor allem viel Geduld. Nur in einem Fall kam es wegen einer angeblich blockierten Einmündung zu einer Anzeige durch eine Verkehrsteilnehmerin.

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