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Lübeck – Heute (17.4.) veröffentlicht die Polizeidirektion Lübeck den Verkehrssicherheitsbericht 2025 für den Kreis Ostholstein.

Übersicht zu den Gesamtverkehrsunfallzahlen 2025

Die Anzahl aller bei der Polizei registrierten Verkehrsunfälle im Kreis Ostholstein im Jahr 2025 beläuft sich auf 6259 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 (6192) bewegen sich die Werte in etwa auf demselben Niveau.

2025 wurden im Kreis Ostholstein 995 Verkehrsunfälle mit und 589 ohne Personenschaden polizeilich aufgenommen (Gesamtanzahl: 1584). Dies bedeutet eine leichte Steigerung der Zahlen der aufnahmepflichtigen Verkehrsunfälle um 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Zudem wurden 4.675 aufnahmefreie Verkehrsunfälle registriert (Vorjahr: 4.660).

Hauptunfallursachen waren 2025 die fehlerhafte Straßenbenutzung (285 Fälle) sowie das Nichtbeachten der Vorfahrt/des Vorranges anderer Verkehrsteilnehmer (272 Fälle). In 138 Fällen war eine nicht angepasste Geschwindigkeit unfallursächlich. Aufgrund mangelnder Verkehrstüchtigkeit wurden 137 Verkehrsunfälle verursacht.

Verkehrsunfälle mit verletzten oder tödlich verunglückten Personen

Im Jahr 2025 verunglückten in Ostholstein 1.192 Verkehrsteilnehmer, davon 5 Verkehrsteilnehmer tödlich (2024:4). Die Anzahl der Verkehrstoten im Kreis Ostholstein ist im Vergleich zu den Jahren 2022 und 2023 um 6 zurückgegangen.

Im März 2025 kam ein Motorradfahrer auf der Bundesstraße 202, Höhe Frederikenhof, von der Fahrbahn ab. Unfallursache war eine nicht angepaßte Geschwindigkeit des Motorradfahrers.

Im April ereignete sich auf der B 432, von Pönitz in Richtung Scharbeutz fahrend, ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einer Sattelzugmaschine. Die Fahrerin des Pkw verstarb noch vor Ort aufgrund der schweren Verletzungen.

Auf der B 501 kam es im Juni im Bereich Heringsdorf/Görtz zu einer Kollision zwischen einem Motorradfahrer und einem Pkw. Beim Abbiegevorgang des Pkw zum dortigen Gut Görtz überholte der Motorradfahrer trotz unklarer Verkehrslage. Beide kollidierten. Der Motorradfahrer wurde lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht, erlag aber wenige Tage später den Verletzungen aus dem Unfall und verstarb.

Im August stießen auf der Bundesstraße 76, kurz hinter Eutin in Fahrtrichtung Kiel, ein Pkw und eine landwirtschaftliche Zugmaschine zusammen. Die landwirtschaftliche Zugmaschine geriet vor Ort in Brand. Der Fahrer des Pkw wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und verstab noch im Fahrzeug.

Im September befuhr ein Pedelec-Fahrer bei Cismar den Radweg, der parallel zur Bundesstraße 501 verläutt. Auf Höhe des Kloster Cismar wollte ein Pkw-Fahrer die Ausfahrt auf die B 501 befahren und stieß dabei mit einem auf dem Radweg fahrenden Pedelec-Fahrer zusammen. Dieser verstarb in der Nacht an den Folgen des Zusammenpralls.

Die Gesamtanzahl aller bei Verkehrsunfällen in Ostholstein verletzten Verkehrsteilnehmer ist von 1.163 im Jahr 2024 auf 1.192 im Jahr 2025 gestiegen (+2,5 %). Der Anteil der schwer Verletzten fiel dabei von 167 auf 163 (-2,4 %) 1.024 Beteiligte verletzten sich leicht und damit 32 mehr als im Vorjahr (+3,2 %).

Mit 43 % nahmen Radfahrer (einschließlich Pedelecs) den größten Anteil unter den bei Verkehrsunfällen in Ostholstein verletzten Personen ein, dicht gefolgt von den Insassen von Pkw mit 32 %. 8 % der bei Verkehrsunfällen in Ostholstein verletzten Personen waren Kradfahrer, 6 % waren Fußgänger.

Fußgänger, Fahrräder, Pedelecs und Elektrokleinstfahrzeuge

2025 ereigneten sich in Ostholstein 73 Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Fußgängern, somit 13 weniger als im Vorjahr (86). Dabei erlitten 72 Fußgänger Verletzungen. In knapp 70 Prozent der Fälle (50) waren Pkw bei Unfällen mit Fußgängern beteiligt, Lkw oder Busse in jeweils 2 und einem Fall.

2025 wurden 262 Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von Radfahrenden in Ostholstein polizeilich aufgenommen, somit 11 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr. Dabei erlitten 243 Radfahrer Verletzungen, im Vorjahr waren es noch 257 verletzte Personen. In knapp über 50 Prozent der Fälle verunfallten die Radfahrer ohne Fremdbeteiligung.

Mit 225 Fällen erhöhte sich die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Pedelecnutzern im Vergleich zu 2023 und 2024 um 10 Unfälle. 2025 wurden dabei 208 Pedelec-Fahrer verletzt – gleichbleibend zum Stand des Vorjahres. Der Anteil der Alleinunfälle betrug bei den Pedelecfahrern 56,9 % (128 Fälle).

Auf Fehmarn ereigneten sich mit 67 Fällen (2024: 73 Fälle) die meisten Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Rad- oder Pedelecfahrern, gefolgt von Neustadt in Holstein mit 54 Fällen (2024: 56 Fälle) und Timmendorfer Strand mit 37 Fällen (2024:28 Fälle). Steigerungen um über 30 Prozent dieser Verkehrsunfälle 2025 sind mit Blick auf die Zahlen in Timmerndorfer Strand und Scharbeutz (2024:33; 2025: 44) festzustellen.

Zurückgegangen hingegen sind die Unfallzahlen in der Gemeinde Grömitz und der Stadt Bad Schwartau.

Als Hauptunfallursachen bei Rad- und Pedelec-Unfällen konnte 2025 an erster Stelle (39 Fälle) die Missachtung der die Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen, an zweiter Stelle die falsche Straßenbenutzung (32 Fälle) sowie schließlich Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (27 Fälle) identifiziert werden.

Elektrokleinstfahrzeuge sind im Straßenbild des Kreises Ostholstein zunehmend häufiger anzutreffen. Die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen sind hier deutlich gestiegen. Waren es 2024 noch 29 Verkehrsunfälle, hat sich diese Zahl in 2025 mit 52 fast verdoppelt, 45 Menschen wurden dabei verletzt. In 43 Fällen waren die Fahrer der Elektrokleinstfahrzeuge auch die Verursacher der Unfälle, ein Plus von 25.

Kinder und Senioren als Beteiligte

Mit 111 Verkehrsunfällen waren Kinder in 16 Fällen mehr an Verkehrsunfällen beteiligt als im Jahr 2024. Dabei wurden 111 Kinder verletzt, 19 mehr als im Vorjahr. An 55 Verkehrsunfällen waren Kinder als Radfahrer beteiligt (-7), 16 als Mitfahrer (+14) und 16 als Fußgänger (-2).

Unfallbeteiligte in einem Alter über 64 Jahre werden in der Verkehrsunfallstatistik als Senioren geführt. 2025 waren diese in Ostholstein an 546 Verkehrsunfällen beteiligt (2024: 492). 368 Verkehrsunfälle wurden von Senioren verursacht. (2024: 337). Als Hauptunfallursachen bei von Senioren verursachten Verkehrsunfällen konnte das Nichtbeachten der Vorfahrt/ des Vorrangs (77 Fälle), die falsche Straßenbenutzung (52 Fälle) sowie Fehler beim Wenden/ Rückwärtsfahren (42 Fälle) festgestellt werden.

Unfallhäufungsstellen

Für das Jahr 2025 wurden 25 Unfallhäufungsstellen im Kreis Ostholstein festgestellt.

Darunter findet sich wiederholt der Kreuzungsbereich der Landesstraße 181 und der Dänischburger Landstraße in Sereetz in der Nähe eines großen Möbelhauses. Im Vergleich zum Jahr 2024 haben sich die Verkehrsunfälle an dieser Stelle jedoch von 12 auf 6 reduziert.

Ferner wurden unter anderem Unfallhäufungsstsellen in Timmendorfer Strand in der Strandallee (5 Fälle), in Oldenburg in Holstein auf der Kieler Chaussee im Bereich des Zubringers zur BAB A1 Anschlussstelle Süd (6 Fälle) und in Heiligenhafen im Sundweg/ Einmündungsbereich Industriestraße (5 Fälle) erkannt.

Alle Unfallhäufungsstellen werden in der Unfallkommission, einem fachlichen Gremium von Vertretern des Kreises Ostholstein, des Landesbetriebes Verkehr und der Straßenmeistereien, örtlicher Vertreter und der Polizei, betrachtet und lösungsoffen bearbeitet.

Alkohol, berauschende Mittel, Verkehrsunfallflucht

Mit Blick auf die im Straßenverkehr begangenen Straftaten im Kreis Ostholstein ist die Anzahl der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol im Vergleich zum Vorjahr von 96 auf 105 gestiegen. Verletzt wurden dabei 60 Menschen.

Unfälle im Zusammenhang mit dem Einfluss berauschender Mittel bewegen sich mit 12 im Jahr 2025 leicht höher als im Vorjahr (11 Fälle). 9 Menschen wurden dabei verletzt.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort im Jahr 2025 mit 1474 Fällen hat nach einem kontinuierlichen Anstieg seit 2021 bis 2024 deutlich abgenommen und liegt somit auf dem Niveau von 2023 (1487 Fälle). Waren es 2024 noch 1.614, hat sich die Anzahl in 2025 um 140 auf insgesamt 1.474 verringert, eine Abnahme um 8,67 %.