Ministerin Karin Prien - Foto: oH

Kiel – Ab dem 11. Januar ist der Präsenzunterricht in schleswig-holsteinischen Schulen ausgesetzt. Bildungsministerin Karin Prien sagte, man wolle es allen Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ihre Bildungslaufbahnen wie geplant fortzusetzen. Deshalb böten die Schulen ab Montag den Abschlussjahrgängen entsprechende Lern- und Vorbereitungsangebote in Präsenz an. Wie bereits im Frühjahr wird es wieder eine Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1-6 geben

Digitalisierung kann Schule nicht ersetzen

Mit dem Aussetzen des Präsenzunterrichtes wolle das Land möglichst schnell und dauerhaft unter eine landesweite Inzidenz von 50 kommen, damit die Schulen wieder im Präsenzunterricht öffnen können, betonte die Bildungsministerin. Sie warnte vor falschen Erwartungen an die Digitalisierung. „Schule ist ein besonders wertvoller Ort. Der Unterricht im Klassenverband dient nicht nur dazu Wissen zu vermitteln. Er ist ein sozialer Raum, ein Lernraum und für manche Kinder und Jugendliche auch ein Schutzraum. Selbst das beste Lernmanagementsystem, selbst die perfekte Videokonferenz, können das Erlebnis gemeinsamen Lernens im Klassenraum nicht ersetzen”. Am Ende dieser Phase wolle man daher die Erfahrungen im Lernen auf Distanz auch wissenschaftlich evaluieren.

Am 16. und 17. Januar werde das Land abhängig von den Inzidenzwerten, der Entwicklung der Virusmutation sowie der Beschlusslage von Bund und Ländern prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Schulen eventuell auch schon vor Februar wieder schrittweise für den Präsenzunterricht öffnen können. Sollte die Zahl der Neuinfektionen in Schleswig-Holstein dauerhaft deutlich unter der Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner liegen, könne es schon vorher zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts kommen, erklärte Prien.

Für die Zeit nach dem Lockdown hat das Bildungsministerium einen Corona-Reaktionsplan erarbeitet. Zukünftig werden in Landkreisen, in denen die Inzidenz über 50 pro 100.000 Einwohner steigt, die Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7 automatisch in den Wechselunterricht gehen. Weiterhin wird es eine inzidenzabhängige Maskenpflicht an den Schulen geben.

Keine Präsenzpflicht an Berufsschulen

Auch in den berufsbildenden Schulen und Regionalen Berufsbildungszentren findet bis Ende des Monats kein Präsenzunterricht statt. Ausnahmen gibt es für den Unterricht in Abschlussklassen, für Prüfungen und wichtige Klassenarbeiten. Sofern das Infektionsgeschehen dies ermögliche, sei ab 1. Februar wieder Präsenzunterricht vorgesehen, erklärte Minister Dr. Bernd Buchholz. In Kreisen mit einem Inzidenzwert von über 50 gilt allerdings die Einschränkung, dass maximal 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Präsenzform unterrichtet werden dürfen. Bei Klassengrößen von mehr als 15 Jugendlichen sei durch Teilung der Gruppe oder entsprechend große Räume sicherzustellen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. „Mit dieser Regelung schaffen wir für die Schulen einen klaren Handlungsrahmen, gewähren ihnen zugleich aber auch die erforderliche Flexibilität, um den Schulbetrieb sachgerecht gestalten zu können“, ergänzte Buchholz.

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