„Hand in Hand für Norddeutschland“

Hamburg – Menschen mit Demenz stehen im Mittelpunkt der diesjährigen NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland". Partner sind die Alzheimer-Gesellschaften in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen. Die NDR-Radioprogramme, das NDR-Fernsehen und das Internet-Angebot NDR.de werden vom 3. bis zum 14. Dezember im Rahmen von „Hand in Hand für Norddeutschland" über die vielfältigen Projekte der Alzheimer-Gesellschaften im Norden informieren und zu Spenden aufrufen. Das gespendete Geld kommt den Hilfsprojekten zu 100 Prozent zugute. Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz; die Alzheimer-Gesellschaften setzen sich für alle Erkrankten ein, egal, welche Demenz-Form sie haben.

NDR-Intendant Lutz Marmor: „Allein in unserem Sendegebiet leiden circa 200.000 Menschen an Alzheimer. Mit ‚Hand in Hand für Norddeutschland‘ möchten wir zwei Wochen lang intensiv auf dieses Thema aufmerksam machen und die Menschen würdigen, die sich mit großem Einsatz ehrenamtlich engagieren. Jede Spende hilft der wichtigen Arbeit der Alzheimer Gesellschaften im Norden."

Swen Staack, Alzheimer-Gesellschaften im Norden: „Das Thema Demenz ist derzeit eine der großen Gesundheits- und Sozialpolitischen Herausforderungen. Demenzerkrankungen sind in unserer Gesellschaft ein nach wie vor tabuisiertes Thema. Soziale Kontakte verringern sich, Ausgrenzung und Isolation der Betroffenen und ihrer Angehörigen sind die Folge. Wir Alzheimer-Gesellschaften als typische Selbsthilfeverbände leisten einen wesentlichen Beitrag zur Wertschätzung, Teilhabe, Normalität, Autonomie und der Stärkung der Ressourcen der Betroffenen. Dafür bieten wir Unterstützungs- und Entlastungsangebote in vielfältiger Form und sorgen in der Bevölkerung für Aufklärung und Information, um Ängste abzubauen und Toleranz zu stärken. Wir freuen uns deshalb sehr über die Partnerschaft mit dem NDR und der damit verbundenen Sensibilisierung für das Thema Demenz."

Unter dem Begriff Demenz werden verschiedene Krankheiten zusammengefasst, die ähnliche Symptome haben und überwiegend nicht heilbar sind. Eine Demenz umfasst fortschreitende Gedächtnis- und Denkstörungen, häufig in Kombination mit einer Beeinträchtigung der emotionalen Kontrolle und Veränderungen des Sozialverhaltens. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit dem fortschreitenden Alter. Bei den 80- bis 84-Jährigen sind mehr als 15 Prozent betroffen, bei den über 90-jährigen schon mehr als 40 Prozent. In Einzelfällen erkranken aber auch junge Menschen an einer Demenz. In ganz Deutschland haben rund 1,7 Millionen Menschen die Krankheit. Circa 35 Prozent aller Demenzerkrankten werden in Einrichtungen betreut, 65 Prozent zu Hause von Angehörigen – davon zirka 15 Prozent mit Unterstützung ambulanter Dienste. Von ca. 930.000 Pflegeplätzen in Deutschland werden mittlerweile rund 650.000 von Menschen mit Demenz in Anspruch genommen.

Um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern, bieten die Alzheimer-Gesellschaften im Norden zum Beispiel Sport- und Bewegungskurse an und unterstützen betroffene Familien durch psychosoziale Begleitung und durch Selbsthilfe- und Gesprächsgruppen. Außerdem richten die norddeutschen Alzheimer-Gesellschaften Treffpunkte für Menschen mit Demenz ein oder machen zum Beispiel tiergestützte Therapieangebote. All dies wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

Die Partner der NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland" wechseln jedes Jahr. Bisherige Partner waren die vier norddeutschen Landesverbände des Deutschen Kinderschutzbundes in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die norddeutschen Tafeln, die vier Landesverbände der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), der Paritätische Wohlfahrtsverband mit seiner Flüchtlingshilfe, der Deutsche Hospiz- und Palliativ-Verband e. V. und – im vergangenen Jahr – die Diakonie im Norden für Kinder und Familien in Not. Im NDR bereitet auch in diesem Jahr wieder eine Projektgruppe unter Leitung von Elke Haferburg, Direktorin des Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern, die trimediale Benefizaktion vor.

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