Hauptursache für den weiterhin hohen Krankenstand in 2025 im Kreis Ostholstein waren die vielen Atemwegsinfekte und Erkältungskrankheiten. - Foto: AOK/colourbox/oH
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Ostholstein – Der Krankenstand ist im Kreis Ostholstein rückläufig. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK NordWest hervor. Danach weist die Gesamtbilanz der Krankmeldungen bei den rund 23.900 AOK-versicherten Arbeitnehmenden für das Jahr 2025 im Kreis Ostholstein einen Krankenstand von sieben Prozent aus. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 7,2 Prozent, bleibt somit trotz Rückgangs auf einem hohen Niveau.

Beschäftigte fehlten im Schnitt 25,7 Tage krankheitsbedingt in ihren Betrieben. Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen verursachten 43 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. „Atemwegserkrankungen machten mehr als ein Viertel aller Krankheitsfälle aus und waren mit Abstand wieder der häufigste Grund für eine Krankschreibung“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Atemwegserkrankungen häufigster Grund für Krankschreibung

Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen an allen AU-Fällen lag 2025 mit 25,6 Prozent mit weitem Abstand weiterhin an erster Stelle. Danach folgten Muskel- und Skeletterkrankungen (13,4 Prozent), psychische Erkrankungen (5,8 Prozent) und Verdauungserkrankungen mit einem Anteil von 5,6 Prozent an allen AU-Fällen.

Gesundheits- und Sozialwesen mit höchstem Krankenstand

Im Branchenvergleich ist der höchste Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern im Kreis Ostholstein im Jahr 2025 mit 9,1 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen zu beobachten. Der niedrigste Wert war in der Branche Banken und Versicherungen mit 4,3 Prozent festzustellen.

Krankenstand im Kreis Ostholstein über Niveau von Schleswig-Holstein

Der Krankenstand im Kreis Ostholstein beträgt sieben Prozent und liegt damit über dem Durchschnitt in Schleswig-Holstein (6,7 Prozent). Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Fall lag im Kreis Ostholstein bei 11,4 Kalendertagen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement einführen

Wunsch weist darauf hin, dass sich das Arbeitsleben in den vergangenen Jahren durch eine zunehmende Digitalisierung, dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Arbeitsverdichtung und Homeoffice deutlich verändert habe. „Hier kann betriebliche Gesundheitsförderung Ansätze bieten, um die Widerstandsfähigkeit und psychische Belastbarkeit der Belegschaft von Betrieben zu stärken. Eine gute Unternehmenskultur und Führung sind zentrale Stellschrauben, um Mitarbeiter gesund zu erhalten und langfristig an die Unternehmen zu binden“, so Wunsch.