Foto: TALB/oH
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Lübeck – Kurzzeitige Badewarnungen für die Ostseeküste aufgrund von Blaualgen haben am Wochenende bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, in den Orten der Lübecker Bucht gelten aktuell jedoch keine Einschränkungen.

Zahlreiche Medien berichteten nach einer dpa-Meldung über Blaualgenvorkommen in der Ostsee und auch in der Lübecker Bucht sowie über daraus resultierende Einschränkungen für Badegäste.

Für die Einordnung ist es jedoch wichtig zu betonen: Die Situation war und ist nicht an allen Küstenabschnitten gleich und aufgrund von Winden und Strömungen stets sehr dynamisch. In Teilen der Lübecker Bucht gab es zeitweise Badewarnungen, Badeverbote hingegen wurden größtenteils weiter im Norden ausgesprochen, und in den Orten der Lübecker Bucht zwischen Scharbeutz und Rettin bestehen aktuell bereits keine Einschränkungen mehr.

Baden in der Lübecker Bucht ohne Einschränkungen möglich

Nach Einordnung des Kreises Ostholstein hat sich die Situation zu Wochenbeginn bereits wieder deutlich entspannt. Dies geht aus der tagesaktuellen digitalen Badegewässerkarte hervor, die der Kreis Ostholstein für die verlässliche Einschätzung der Situation zur Verfügung stellt. Dort ist für die einzelnen Badestellen jeweils aktuell ersichtlich, ob die Wasserqualität einwandfrei ist oder ob eine Badewarnung oder gar ein Badeverbot besteht.

Aus dieser Badegewässerkarte geht hervor, dass für die Strände in den Orten Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf, Neustadt in Holstein, Pelzerhaken und Rettin zu Wochenbeginn keine Badewarnungen oder gar -verbote vorliegen. Die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht empfiehlt Gästen und Einheimischen, sich mittels der Badegewässerkarte über die aktuelle Situation zu informieren, die Behörden aktualisieren ihre Einschätzung zu den Blaualgen laufend.

Was sind Blaualgen eigentlich?

Bei Blaualgen handelt es sich genaugenommen nicht um Algen, sondern um Cyanobakterien. Sie kommen natürlicherweise in Gewässern vor und können sich unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei gestiegenen Wassertemperaturen und entsprechenden Nährstoffverhältnissen, stark vermehren. Dabei können größere Ansammlungen oder sogenannte Algenblüten entstehen.

Bestimmte Cyanobakterien können Giftstoffe bilden. Bei einer starken Konzentration können Hautreizungen oder andere Beschwerden auftreten, insbesondere wenn belastetes Wasser verschluckt wird. Deshalb gilt: Wo ein behördliches Badeverbot ausgesprochen wurde, sollte diese Information beachtet werden.

Aktuelle Informationen aufgrund kurzfristiger Veränderungen wichtig

Die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht möchte mit Blick auf die Berichterstattung des Wochenendes 15./16.08.26 darauf hinweisen, dass ein vorsichtiger Umgang mit Blaualgen wichtig und richtig ist, gleichzeitig aber müssen Meldungen über natürliche Erscheinungen im Meer immer im jeweiligen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang betrachtet und bewertet werden.

Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schnell sich die Situation verändern kann. Während einzelne Ostseebereiche und Badestellen im nördlichen Schleswig-Holstein zeitweise von Warnungen oder Verboten betroffen waren, hat sich die Lage an vielen Stränden bereits wieder entspannt. Zwischen Scharbeutz und Rettin ist das Baden bei einwandfreier Wasserqualität oder als lediglich gering eingestufter Beeinträchtigung der Wasserqualität ohne Einschränkungen möglich. Die Orte der Lübecker Bucht stehen aktuell bei der Wasserqualitätsampel der digitalen Badegewässerkarte des Kreises Ostholstein auf Grün („geringe Beeinträchtigungen“) oder werden sogar mit „keine Beeinträchtigungen“ gelistet.

Weitere Informationen zu Blaualgen und anderen natürlichen Phänomenen an der Ostsee bietet der Faktencheck der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht.