Unfälle unter Alkoholeinfluss auch am vergangenen Wochenende in Schleswig-Holstein - Foto: arstodo

Kiel – Die Landespolizei Schleswig-Holstein setzt von heute (4.5.) bis zum 10.5. einen Schwerpunkt bei der Überwachung von Alkohol- und Drogendelikten im Straßenverkehr. Von Mittwoch dieser Woche bis zum Dienstag nächster Woche führen die Polizeidirektionen des Landes verstärkte Verkehrskontrollen durch. Die Aktion ist länderübergreifend abgestimmt und wird in allen Bundesländern durchgeführt. Darüber hinaus wird am 5. und 6. Mai die diesjährige bundesweite Verkehrssicherheitsaktion sicher.mobil.leben unter dem Motto „Fahrtüchtigkeit im Blick“ durchgeführt.

Zur Unterstützung der Verkehrssicherheitsaktion wird die Landespolizei Schleswig-Holstein in den nächsten Tagen die folgenden Kernbotschaften in den sozialen Medien teilen:

1. Alkohol

Don’t drink and drive! – Wer fährt, trinkt nicht – wer trinkt, fährt nicht! Verkehrsunfälle, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss geschehen, sind überdurchschnittlich schwere Unfälle. Das Risiko, bei diesen Verkehrsunfällen schwere oder tödliche Verletzungen davon zu tragen, ist fast doppelt so hoch wie bei allen anderen Unfällen.

2. Drogen und Medikamente

Ohne Drogen! Bei der Teilnahme am Straßenverkehr ist ein klarer Kopf gefragt. Drogen und die Verkehrssicherheit beeinträchtigende Medikamente sind damit nicht vereinbar.

3. Müdigkeit

Mach mal Pause – Ausgeschlafen ans Ziel! Wer müde ist, macht Fahrfehler. Das belegen viele Verkehrsunfälle, die durch Übermüdung verursacht werden.

4. Gutes Hören, gutes Sehen

Behalte den Durchblick – spitz die Ohren! Fehlende akustische oder visuelle Eindrücke und Ablenkung können lebensgefährlich werden, wenn man Fahrzeuge lenkt. Eine sichere Verkehrsteilnahme kann unabhängig vom Alter nur durch eine körperliche wie mentale Gesundheit sichergestellt werden. Im Straßenverkehr werden alle Sinne benötigt. Jede Ablenkung erhöht das Unfallrisiko.

5. E-Bike & Co.

Erst ausprobieren – dann fahren! E-Bike und E-Roller haben keinen Airbag. Deshalb gilt für alle Verkehrsteilnehmenden: Sie können durch ihr eigenes Verhalten und ihre Vernunft die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

6. Verantwortung Verkehrssicherheit – alle helfen mit!

Jeder trägt selbst Verantwortung für seine Verkehrstüchtigkeit. Eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr lebt von gegenseitiger Rücksichtnahme und dem Bewusstsein, dass jeder auf den anderen im Verkehr achtet.

Im Jahr 2021 haben sich 1.094 Verkehrsunfälle ereignet, bei denen mindestens ein Unfallbeteiligter unter Alkoholeinfluss stand. Das ist im Vergleich zu 2020 eine Zunahme um 0,6%, die Zahl der bei diesen Unfällen Verunglückten hat sich mit 670 ebenfalls um 0,6% erhöht. Der Anteil an den von der Polizei aufgenommenen Unfällen liegt bei 6,2%; der Anteil bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden bei 5%. 50,5% der Verkehrsunfälle hatten Personenschaden zur Folge. Bei 29% wurden Unfallbeteiligte schwer verletzt oder getötet. Insgesamt wurden 486 (-3,4%) Unfallbeteiligte leicht und 178 (+11,9%) schwer verletzt. Ein Unfallbeteiligter erlitt tödliche Verletzungen.

Alkoholeinfluss war 2021 bei 5% aller Unfälle mit Personenschaden Hauptunfallursache. Es wurden 8,9% (+2,8%) der Schwerverletzten und Getöteten bei Alkoholunfällen registriert. Diese unterschiedlichen Anteile belegen eine überdurchschnittlich hohe Schwere der Alkoholunfälle. Von den 1.109 Unfallbeteiligten, die unter Alkoholeinfluss standen, fuhren 65,6% einen Personenkraftwagen und 19,8% auf einem Fahrrad. Damit blieb der Anteil der alkoholisierten Fahrradfahrenden auf dem Niveau des Vorjahres.

In 2021 wurden insgesamt 190 Verkehrsunfälle von der Polizei aufgenommen, bei denen mindestens ein Teilnehmer unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel stand. Es wurden insgesamt 139 Verkehrsteilnehmer bei diesen Verkehrsunfällen verletzt oder getötet, das ist im Vergleich zu 2020 eine Zunahme um 9,4%!

Ziel der Kontrollen ist es, die Hauptunfallursache Alkohol und Drogen im Straßenverkehr wirksam zu bekämpfen. Die Bekämpfung von Alkohol- und Drogendelikten im Straßenverkehr ist seit mehreren Jahren eines der Hauptziele der Verkehrssicherheitsarbeit der Landespolizei Schleswig-Holstein. Die Landespolizei Schleswig-Holstein setzt zur Senkung der Unfallzahlen und Reduzierung der Unfallfolgen auf fortlaufende Überwachungs- und Aufklärungsarbeit, um Risiken und Folgen des Fehlverhaltens im Straßenverkehr deutlich zu machen und repressiv gegen Verstöße vorzugehen. Sie wird daher auch im Jahr 2022 im Rahmen der allgemeinen Verkehrsüberwachung, in Schwerpunktaktionen sowie bei Großveranstaltungen intensive Alkohol- und Drogenkontrollen durchführen.

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