Bad Schwartau – Die zweigleisige Eisenbahnstrecke von Lübeck nach Bad Schwartau droht zum Flaschenhals der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) und damit zum Engpass der transeuropäischen Schienenverbindung von Skandinavien nach Mittel- und Südeuropa zu werden.
Diese Befürchtung äußert die Bürgermeisterin von Bad Schwartau, Dr. Katrin Engeln: „Im Zusammenspiel der Behörden und des Bahn-Konzerns sind offenbar die von Fachleuten geforderten Pläne für ein drittes und viertes Gleis zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Schwartau-Waldhalle wieder in der Schublade verschwunden. Uns ist schleierhaft, wie der zusätzliche Bahnverkehr, der in wenigen Jahren hier von und nach Dänemark fließen soll, ohne die zusätzliche Kapazität bewältigt werden kann. Hier wird einmal wieder am falschen Ende gespart und Bahn-Chaos im Nah-, Hafen- und Fernverkehr produziert“.
Hintergrund
Hintergrund der Kritik ist der vor einigen Wochen vom Eisenbahnbundesamt (EBA) vorgelegte Planfeststellungsbeschlusses für den südlichsten Streckenabschnitt der Fehmarnbeltquerung. Wie Engeln auf Anfrage im Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministerium erfuhr, verweist Minister Claus Ruhe Madsen auf die Argumentation des EBA, es gebe „keine verfestigte Planungen“ für das dritte und vierte Gleis. Deshalb hätten sich das Land und die DB Infrago als Bauherr darauf verständigt, den Ausbau erst nach Fertigstellung der FBQ zu realisieren.
„Damit dürfte das Projekt bis auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben sein, und uns Bürgern in der Region rund um Lübeck drohen täglich unpünktliche oder auch ausfallende Züge,“ kritisiert die Bürgermeisterin. „Auf der Strecke bleibt eine klimafreundliche Verkehrspolitik mit mehr Verkehr auf der Schiene.“









