Illustrationsfoto: Arno Reimann
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Kiel – Das Bundeskriminalamt hat das Bundeslagebild 2024 zu Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte (PVB) veröffentlicht. Dem Lagebild liegen die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) der Jahre 2023 und 2024 zugrunde.

Aus dem Bundeslagebild ergeben sich auch für Schleswig-Holstein klare Kernaussagen:

Im Jahr 2024 wurden 1.729 Fälle von Gewalt gegen PVB registriert. Im Vorjahr waren es 1.522 Fälle. Das bedeutet einen Anstieg um 13,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2023.

Insgesamt wurden 4.048 PVB Opfer von gegen sie gerichteten Gewalttaten.

89,7 Prozent der PVB, die Opfer von Gewalttaten wurden, waren betroffen von Widerstand und tätlichem Angriff.

Es wurden 2024 insgesamt 1.386 Tatverdächtige erfasst, die in der Regel allein handelten, häufig bereits polizeibekannt waren und von denen mehr als jeder Zweite unter Alkoholeinfluss stand.

Schleswig-Holstein gehört weiterhin nicht zu den Ländern mit den höchsten absoluten Fallzahlen, verzeichnet aber den stärksten relativen Anstieg und eine über dem Bundesschnitt liegende Belastungszahl. Zugleich liegt der Anteil der Körperverletzungsdelikte mit PVB als Opfer an allen Gewalttaten gegen PVB mit 1,04 Prozent am niedrigsten; gemessen an der Häufigkeitszahl weist Schleswig-Holstein den zweitniedrigsten Wert auf.

Das Bundeslagebild zeigt außerdem: Tätliche Angriffe auf Feuerwehrkräfte gingen von 16 Fällen mit 24 Opfern im Jahr 2023 auf 12 Fälle mit 16 Opfern im Jahr 2024 zurück.

„Die Zunahme von Angriffen auf unsere Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein ist absolut nicht hinnehmbar und ein deutliches Warnsignal für unsere gesamte Gesellschaft. Wer Menschen angreift, die Tag und Nacht für unsere Sicherheit im Einsatz sind, den nimmt der Rechtsstaat ins Visier“, erklärt Innenministerin Magdalena Finke. „Deshalb unterstütze ich das Vorhaben der Bundesregierung, den Strafrahmen bei Angriffen auf Einsatzkräfte anzuheben. Spürbar härtere Strafen sind ein wichtiger Beitrag, um solchen Taten entschlossen entgegenzutreten und potenzielle Täter wirksamer abzuschrecken.“

Gleichzeitig macht die Landesregierung deutlich, dass härtere Gesetze alleine nicht ausreichen. Schleswig-Holstein investiert daher kontinuierlich in eine bessere Ausstattung und in verbesserte Rahmenbedingungen für die Polizei.

So wurden rund 800 Bodycams angeschafft. Die Ausstattung der Dienststellen begann Mitte 2024 und ist inzwischen abgeschlossen. Die Kameras kommen insbesondere in Einsatzlagen mit hoher Aggressivität und emotionaler Betroffenheit zum Einsatz und sollen deeskalierend wirken – zum Schutz der Beamtinnen und Beamten ebenso wie zum Schutz von Dritten vor einer Gefahr für die körperliche Unversehrtheit.

Zudem wird die Landespolizei sukzessive flächendeckend mit Distanz-Elektro-Impuls-Geräten (DEIG) ausgestattet. Erfahrungen aus bisherigen Einsätzen zeigen, dass das DEIG eine starke präventive und deeskalierende Wirkung entfalten kann und häufig schon die Androhung seines Einsatzes ausreicht, um die Situation zu beruhigen.

Der Aufbau der 2. Einsatzhundertschaft, die Einführung der neuen Mitteldistanzwaffe, die persönliche Schutzausstattung sowie zusätzliche Stellen für die Landespolizei verbessern die Rahmenbedingungen im Einsatz weiter.