Heiligenhafen – Am Sonntag (31.5.) kam es im Raum Heiligenhafen und Großenbrode zu mehreren Anrufen falscher Polizeibeamter. Alle Geschädigten reagierten vorbildlich, erkannten die Betrugsmasche und legten auf. Niemand erlitt einen Schaden. Die Kriminalpolizei in Oldenburg in Holstein ermittelt nun wegen des Verdachts des versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betruges in mehreren Fällen.
„Guten Tag, ich bin Polizeihauptkommissar Gutsch mit der Dienstausweisnummer 33611, zuständig für Bandenkriminalität“. Oder: „Ich bin ein Polizist bei der Polizei in Großenbrode“. Auf diese Weise meldeten sich am Sonntag um die Mittagszeit falsche Polizeibeamte in betrügerischer Absicht mehrfach bei Menschen aus Heiligenhafen und Großenbrode.
In einem weiteren Fall rief eine falsche Polizistin unter dem Namen Seidel bei einer lebensälteren Dame an. Unter dem Vorwand, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde, wollte die falsche Polizistin wissen, ob die Geschädigte Bargeld oder Wertgegenstände bei sich zu Hause habe.
Weil alle Angerufenen den Betrug erkannten und sofort auflegten, entstand keinerlei finanzieller Schaden. Fakt ist: Es handelte sich in allen Fällen um Anrufe von Betrügern, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Die Ermittlungen hierzu dauern an.
„Sensibilisieren Sie als Angehörige auch insbesondere die besonders gefährdeten Mitglieder Ihrer Familie im Hinblick auf Betrugsmaschen. Um trotz Unsicherheit oder auch verursachten Emotionen nicht auf die Masche hereinzufallen, hilft insbesondere ein Tischaufsteller direkt neben dem Telefon, auf dem die korrekten Telefonnummern der örtlichen Polizeidienststelle und Telefonnummern von Angehörigen notiert werden können. Im Zweifelsfall beenden Sie sofort das Telefonat, legen vollständig auf und wählen dann die auf dem Aufsteller hinterlegte Telefonnummer Ihrer Vertrauten.
Seien Sie bei entsprechenden Anrufen gewappnet und berücksichtigen Sie folgende Präventionshinweise:
– Die Polizei nimmt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung entgegen. Die Polizei nimmt auch kein Bargeld an, damit ein Angehöriger einer Haftstrafe entgeht.
– Die Täter, die sich als Polizeibeamte am Telefon oder vor Ihrer Haustür mit einem solchen Anliegen an Sie wenden, gehen in der Regel hochprofessionell vor und verwickeln Sie in lange Gespräche, zum Teil mit unterschiedlichen Gesprächspartnern.
– In einigen Fällen wurden die Angerufenen schon zur Verschwiegenheit verpflichtet und der Anrufer drohte mit rechtlichen Schritten, falls der Angerufene mit Dritten über den Vorfall sprechen würde.
– Lassen Sie sich von diesen Personen nicht unter Druck setzen oder einschüchtern und nehmen Sie umgehend Kontakt zu Ihrer Polizei auf. Beenden Sie dazu eigenhändig das Gespräch und wählen selbst die 110.
– Prüfen Sie, ob ein Eintrag in Telefonbüchern oder Online-Telefondatenbanken wirklich nötig ist. Kürzen Sie Ihre Vornamen mit dem Anfangsbuchstaben ab.









