Foto: Arno Reimann
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Kiel – Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke hat am 25. März gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung „Polizeiliches Management“ im Landespolizeiamt, Leitendem Polizeidirektor Torge Stelck, den Verkehrssicherheitsbericht für das Jahr 2025 vorgestellt.

„Die Landespolizei wird auch künftig nicht nachlassen, unseren Verkehr noch sicherer zu machen“, sagte Finke. „Wir kontrollieren konsequent und richten unsere Präventionsarbeit an den aktuellen Entwicklungen aus. Ziel bleibt es, gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern die Zahl der Unfälle weiter zu senken.“

Im Jahr 2025 sank die Zahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle leicht auf 89.855. Das entspricht einem Rückgang von 198 Unfällen beziehungsweise – 0,2 %. Auch die Zahl der Verletzten ging um – 0,9 % auf 15.403 zurück, darunter 1.816 Schwerverletzte (- 3,6 %).

Erfreulich ist die Entwicklung in der Altersgruppe der 18 bis unter 25jährigen. In dieser Gruppe wurden 2025 weniger Verkehrsunfälle registriert, und auch weniger junge Menschen kamen dabei zu Schaden. Insgesamt sank die Zahl der verunglückten jungen Fahrerinnen und Fahrer in diesem Altersbereich um – 6,1 %.

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Verkehrstoten insgesamt. Im Jahr 2025 sind auf Schleswig-Holsteins Straßen insgesamt 94 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. Das sind 8 mehr als im Vorjahr. Die meisten Menschen starben innerorts mit einem Pedelec (7 Personen), am zweithäufigsten mit einem Fahrrad (6 Personen) und am dritthäufigsten als Insassen im Pkw (5 Personen). Außerorts starben die meisten Personen als Insassen im Pkw (38 Personen) und am zweithäufigsten auf motorisierten Zweirädern (14 Personen).

„Hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal und eine Familie, die mit diesem Verlust leben muss. Das macht deutlich, dass wir in unseren Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit nicht nachlassen dürfen“, so Finke.

Wie schon im Vorjahr sind Fehler beim Abbiegen und die Missachtung der Vorfahrt die Hauptunfallursachen außerhalb von Bundesautobahnen. Insgesamt sind 32,8 % der Unfälle auf diese beiden Ursachen zurückzuführen. Aber auch die nichtangepasste Geschwindigkeit bleibt mit 9,2 % eine der häufigsten Unfallursachen.

Besorgniserregend ist der Anstieg der verunglückten Kinder. Die Anzahl der Verkehrsunfälle stieg um + 8,8 % auf 1.305 Fälle an. Dabei verunglückten 1.366 Kinder, was einem Anstieg um + 9,3 % entspricht (2024: 1.247). Hauptsächlich verunglücken Kinder als Mitfahrende in einem Kraftfahrzeug. Hier stiegt die Zahl von 439 Fällen im Jahr 2024 auf 523 Fälle im Berichtsjahr 2025.

Finke betonte: „Kinder können das Fahrverhalten der Erwachsenen nicht beeinflussen. Sie vertrauen uns und sie sind auf unsere Vernunft und Verantwortung angewiesen. Dass immer noch zu viele Kinder nicht oder nicht richtig gesichert im Auto sitzen, ist schlicht unverantwortlich. Ganz gleich wie kurz die Strecke ist!“

Deutlich angestiegen ist die Zahl der Unfälle mit Pedelecs. Während die Zahl der Verkehrsunfälle mit herkömmlichen Fahrrädern um – 5,2 % auf insgesamt 3.421 gesunken ist, stieg die Zahl der Pedelec-Unfälle um + 14,6 % auf 1.877 Unfälle. Es verunglückten 1.772 Personen (+ 12,7 %), von denen 1.499 Menschen leicht (2024: 1.313) und 266 schwer verletzt (2024: 253) wurden. 7 Menschen verunglückten tödlich (2024: 6).

„Besonders gravierend sind die Folgen hier oft bei älteren Menschen. Jede dritte verunfallte Person war über 65 Jahre alt. Bei den Schwerverletzten lag ihr Anteil sogar bei 47 %. Dabei gibt es eine einfache und äußerst wirksame Maßnahme, die helfen kann: Tragen Sie einen Helm! Er schützt nachweislich und ist eine der besten Investitionen in die eigene Sicherheit“, betonte Magdalena Finke.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle bei der Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen (zum Beispiel E-Scooter) ist weiter deutlich angestiegen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 930 Verkehrsunfälle registriert (2024: 688). Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer erheblich höher sein dürfte. Auch die Anzahl der Verletzten hat sich weiter erhöht. Sie ist um + 31,6 % auf 799 Verletzte gestiegen (2024: 607). Davon wurden 718 Personen leicht (2024: 538) und 81 schwer verletzt (2024: 68). Die Hauptunfallursachen sind wie in den Vorjahren die falsche Straßenbenutzung (35,4 %) und der Einfluss von Alkohol und anderen berauschenden Mitteln (15,6 %).

Im Jahr 2026 legt die Landespolizei Schleswig-Holstein einen besonderen Schwerpunkt auf den Schutz von Kindern im Straßenverkehr. Ziel ist es, die richtige Sicherung von Kindern in Pkw noch stärker in den Blick zu nehmen. Durch gezielte Kontrollen und begleitende Präventionsangebote soll sichergestellt werden, dass Kinder jederzeit sicher unterwegs sind.

Zusätzlich wird sich die Landespolizei neben den täglichen Verkehrsüberwachungen auch in diesem Jahr wieder an den europaweiten Roadpol-Kontrollaktionen beteiligen. Insgesamt sind in 2026 zehn solcher Schwerpunktaktionen geplant. Zwei wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Im April folgt eine groß angelegte Geschwindigkeitskontrolle, danach stehen Kontrollen zu Alkohol- und Drogenkonsum, Ablenkung am Steuer, Güterverkehr sowie Zweirädern auf dem Programm.