Foto: Zoll Hamburg/oH

Hamburg – 770 Kartons mit 3.850.000 Stück Zigarettenpackungen mit der Aufschrift „Marlboro“ wurden am 18. Januar vom Zollamt Hamburg der Vernichtung zugeführt. Die leeren und noch ungefalteten Verpackungen wurden bereits Mitte November bei einer zollamtlichen Beschaumaßnahme entdeckt.

Wahrscheinlich zu Täuschungszwecken waren direkt hinter der Tür des aus China verschifften Containers Kartons mit unbedruckten Verpackungsrohlingen gestapelt. Die Hamburger Zollbeamten beließen es aber nicht bei dieser Feststellung und beschauten zusätzlich Kartons aus dem weiter hinten liegenden Teil des Containers. Dort fanden sie fertig bedruckte Verpackungen, die die Aufschrift „Marlboro“ und die üblichen Warnhinweise trugen. Die misstrauisch gewordenen Zöllnerinnen und Zöllner überprüften daraufhin die rechtmäßige Nutzung der Aufschrift „Marlboro“. Der Rechteinhaber Philip Morris Brands bestätigte die vermutete Markenfälschung und beantragte die Vernichtung der Zigarettenschachteln.

„Die Zigarettenschachteln sollten nach Polen geliefert werden. Der Verdacht liegt nahe, dass sie dort mit illegal hergestellten Zigaretten befüllt werden sollten“, so die Pressesprecherin Kristina Severon. „Wahrscheinlich hat der Hamburger Zoll neben der Markenrechtsverletzung deshalb auch noch zusätzlich einen hohen Steuerschaden verhindert“.

Dass dies nicht die einzige globale Zusammenarbeit von Fälscherwerkstätten war, lässt ein ebenfalls im November 2021 getätigte Fund vermuten. Damals wurden vom Hamburger Zoll 26.780 gefälschte Verpackungen und Teile für ein französisches Luxusparfüm festgestellt. Auch hier stammte die Ware aus China und war für einen polnischen Empfänger bestimmt.

Zusatzinformationen zur Produktpiraterie: Die Einfuhrkontrollen des Zolls sind ein wesentlicher Baustein im Kampf gegen diese Form der internationalen Wirtschaftskriminalität. Fälscher nutzen illegal fremde Forschungs- und Produktionsergebnisse, ohne die Kosten und unternehmerische Risiken zu tragen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt, dass in Deutschland bereits Zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen sind, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung spricht von einem weltweiten Markt mit gefälschten Produkten im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar jährlich. Mehr Informationen finden Sie unter www.zoll.de

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