Foto: Arno Reimann
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Lübeck – Während einer polizeilichen Maßnahme hat ein 29-jähriger Mann erheblichen Widerstand geleistet und einen Rettungssanitäter verletzt. Während des Einsatzes am Mittwoch (4.2.) nutzten die Einsatzkräfte das DEIG (Distanz-Elektro-Impuls-Gerät).

Während einer Streifenfahrt in Lübeck-Moisling gegen 19.20 Uhr, wurden die Beamten des 4. Polizeireviers Lübeck in der August-Bebel-Straße auf einen auffallend geparkten Pkw aufmerksam.

Im Fahrzeug saß eine Frau, die den Pkw plötzlich stark beschleunigte. Ein Mann warf dem Pkw einen Gegenstand hinterher. Eine Kontrolle der Pkw-Fahrerin ergab, dass es zuvor einen Streit mit dem Mann gegeben hatte, den sie als ihren Ex-Freund bezeichnete. Aus diesem Grund habe sie ihn nicht mehr i m Fahrzeug mitnehmen wollen.

Der Mann war den Polizisten aus vorherigen Einsätzen bekannt. Weil der 29-Jährige den Beamten gegenüber sofort lautstark und bedrohlich auftrat, forderte die Funkstreifenbesatzung Unterstützung an.

Der Mann wurde aufgefordert, aufgrund eines Gerichtsbeschlusses sein Mobiltelefon herzugeben.

Der wohnungslose Mann verhielt sich weiterhin aggressiv und stand offensichtlich unter Drogen- und Alkoholeinfluß. Er schrie unentwegt, begann den inzwischen sechs Beamten vor die Füße zu spucken und bewegte sich immer wieder in aggressiver Weise auf sie zu.

Eine Ingewahrsamnahme wurde angeordnet, da die Gefahr einer Eskalation und einer Fremdgefährdung bestand. Weiterhin drohten die Polizisten dem 29-Jährigen die Anwendung von unmittelbaren Zwang an, was den Mann aber gar nicht beeindruckte. Er leistete aktiven Widerstand gegen die polizeiliche Maßnahme, indem er versuchte, sich weg- und loszureißen und sich sperrte.

Aus diesem Grund wurde dem Mann der Einsatz des DEIG angedroht. Der Mann nahm den Lichtbogen des Gerätes auch wahr, beruhigte sich indes nicht, so dass ein Polizist das DEIG einsetzte – mit einem elektronischen Impuls auf dessen Oberschenkel. Der Effekt führte dazu, dass der Mann zu Boden gebracht und gefesselt werden konnte. Trotz Fixierung der Hände und Füße leistete er weiterhin Widerstand. Während des Transports spuckte er gegen die Scheiben des Streifenwagens. Daraufhin stoppten die Polizisten zunächst die Fahrt und legten dem Mann eine Spuckhaube an. So konnte er ins Polizeigewahrsam gebracht werden.

Wegen der Nutzung des DEIG führte der Rettungsdienst bei dem Mann ein EKG durch. Dabei riss er stark an dem Kabel, ohne jedoch das Gerät zu schädigen. Jedoch packte der 29-Jährige trotz bestehender Fesselung die Hand eines Sanitäters und verdrehte ihm einen Finger. Außerdem attackierte der Mann einen Polzeibeamten, so dass der Störer zusätzlich durch die eingesetzten Kräfte fixiert werden musste. Weitere Beleidigungen gegen einen Polizisten blieben nicht aus. Die Matratze im Gewahrsamsraum wurde zudem beschädigt.

Durch einen Richter wurde aufgrund des möglichen Einflusses von Alkohol und Betäubungsmitteln die Entnahme einer Blutprobe und anschließend der Verbleib im Polizeigewahrsam bis 6 Uhr des darauffolgenden Tages angeordnet.

Gegen den 29-Jährigen wurden strafrechtliche Verfahren wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und des tätlichen Angriffs auf Hilfeleistende unter anderem eines Rettungsdienstes eingeleitet. Die Ermittlungen werden von der Polizeistation Hüxtertor vorgenommen.