Bildungsministerin Prien: „Neues Schuljahr soll Präsenzschuljahr werden“

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Kiel – Bildungsministerin Karin Prien hat heute (15. Juni) in Kiel das Rahmenkonzept für das Schuljahr 2021/22 vorgestellt. „Hinter uns liegt ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Schuljahr“, betonte die Ministerin. „Wir starten nach den Sommerferien in ein Präsenzschuljahr. Ich bin davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist“, betonte Prien und verwies auf die gleichlautende Beschlusslage der Kultusministerkonferenz. „Welche Hygieneregeln im kommenden Schuljahr dauerhaft erforderlich sein werden, können wir heute noch nicht im Detail absehen. Dazu müssen wir den Verlauf der Pandemie über den Sommer beobachten und sind auch weiterhin in engem Austausch mit unserem wissenschaftlichen Beirat“, so Karin Prien.

Zwei Wochen vor Schulbeginn werde das Ministerium über die dann notwendigen Hygienemaßnahmen informieren. „Ich gehe aber Stand heute davon aus, dass wir zu Beginn des Schuljahres zunächst mit einer Maskenpflicht und verpflichtenden Tests starten werden.“ Dieser Puffer nach den Ferien sei gerade in Bezug auf die Urlaubsrückkehrer wichtig.

Das neue Schuljahr stehe unter dem Motto „Lernen aus der Pandemie“. Gemeinsam mit Eltern- und Schülervertretern, den Experten der Schulaufsicht und basierend auf ersten Forschungsergebnissen über die Auswirkungen der Pandemie auf die Lernfortschritte, habe man in den vergangenen Wochen das Rahmenkonzept erarbeitet.

„Mit unserem Rahmenkonzept für das Schuljahr 2021/22 blicken wir zurück und nach vorne. Wir gehen von den Erfahrungen und empirischen Befunden aus, um Orientierung und Impulse zu geben“, so Karin Prien. Im neuen Schuljahr gehe es erst einmal darum, wieder gut in der Schule anzukommen. Der Präsenzunterricht habe vielen Schülerinnen und Schülern sehr gefehlt. „Dabei geht es nicht nur um fehlende Lernfortschritte, sondern auch um das Fehlen von Schule als sozialem Ort. Es geht darum, da wo notwendig, psychisch-emotionale Belastungssituationen zu erkennen und Hilfe zu ermöglichen sowie die in der Pandemie entstandenen Lernrückstände aufzufangen, psychisch-emotionale Belastungssituationen zu erkennen und Hilfe zu ermöglichen, um den Anschluss wiederherzustellen“, so die Ministerin. Diese Aufgabe sei für Schulen und Lehrkräfte eine professionelle Herausforderung, aber sie könnten damit souverän umgehen.

Neben das Ankommen stellt das Ministerium vor allem die Erfassung der Lernstände und gezielte Förderung dort, wo sie gebraucht wird. Neben zusätzlichem Personal für Schulen sei vor allem das Programm Lernchancen:SH wichtig. Über 130 Schulen hätten bereits fest zugesagt, weitere 40 Schulen planen noch, wie sie teilnehmen. „Ganz wesentlich sind aber auch die externen Unterstützungsangebote“, so Prien. Für über 20.000 Kinder habe man Gutscheine, mit denen sie zum Beispiel zwei Wochen gezielte Nachhilfe bekommen können.

„Nach meiner Wahrnehmung war eines der wichtigsten Themen für die Eltern im Land die Frage, ob es für das Distanzlernen verbindliche Regeln und Standards gibt“, betonte Bildungsministerin Prien. Die Schulen würden sich daher auf einen Schulentwicklungsprozess begeben, der besonders auf effiziente Klassenführung, kognitive Aktivierung und konstruktive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler setze. „Diese Entwicklung von verlässlichen Qualitätsstandards ist für Schülerinnen und Schüler, Eltern bzw. Ausbildungsbetriebe und Lehrkräfte wichtig“, so Karin Prien.

Erfahrungen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern aus der Zeit des Distanzlernens und des Wechselunterrichts sowie Erkenntnisse aus Studien und Befragungen, die zu der Zeit der Schulschließungen gewonnen wurden, sollen laut Prien in einen langfristigen und kontinuierlichen Prozess der Weiterentwicklung des Unterrichts münden. „Schule wird nicht mehr so sein, wie sie vor der Pandemie war. Um diese Erfahrungen in Schulen zu einem nachhaltigen Lernerfolg zu führen, werden wir einen breiten Dialogprozess starten“, erläuterte die Bildungsministerin und verwies auf die Sommeruniversität im Juli zum Thema „Schule der Zukunft“ und einen großen Onlinekongress zum Ende des Jahres als erste Schritte.

Das Rahmenkonzept ist in einer Kurzversion und im Volltext unter

www.schleswig-holstein.de/lernenausderpandemie  abrufbar.

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